Wie man im Garten Wasser spart

Wenn es im Garten schön grünt und blüht, ist das einem Geschenk des Himmels zu verdanken – dem Regenwasser. Mit ein paar Tipps für Boden und Pflanzenstandorte ist es einfach, das wertvolle Gut richtig zu nutzen.
Wasser im Garten sparen (Bild: Thinkstock)
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Wir erleben das wunderbare Schauspiel nach jedem warmen Sommerregenguss. Die Luft, die wir atmen, ist frisch und rein. Unsere Gärten blühen auf. Die Grashalme auf der Wiese sprießen, durstige Blüten richten ihre Köpfchen dankbar wieder auf.

Schade ist’s um jeden Regentropfen, der ungenutzt verrinnt. Versiegelte Flächen, betonierte Wege und Terrassen verhindern jedoch, dass das Wasser im Boden versickern kann. Wer Trittsteine trocken verlegt, sie also in Sand setzt und Fugen lässt, der hat viel getan, um das kostbare Gut in seinem natürlichen Kreislauf zu erhalten.

Natürliche Hilfe für jeden Boden

Während schwere, lehmreiche Erde einen raschen Wasserabzug nicht zulässt, rinnt bei sandigen, lockeren Böden alles durch. Die goldene Mitte bekommt den meisten Pflanzen gut und speichert auch den Regen am besten, ohne dabei Staunässe zu verur- sachen. Was aber tun, wenn der Boden im Garten keine idealen Bedingungen schafft? Erst die Analyse einer Bodenprobe – dabei helfen die Bodenuntersuchungsstellen – schafft Klarheit. Ein schwerer Boden kann mit Sand und Humus gelockert und steini- ge, sandige Erde mit Kompost verbessert werden. Aber warum nicht gleich die Vorteile nutzen, die die Natur uns bietet?

Die richtigen Pflanzen auswählen

Es gibt Bäume, Sträucher und Stauden, die Wasser regelrecht in sich aufsaugen – und es gibt Trockenkünstler. Die richtige Pflanze am richtigen Ort hilft genauso Wasser zu sparen wie das Auffangen des Regens.

Sammelteich & Sickermulde

Ist der Gartenteich nicht ganz angefüllt, kann er noch ausreichend Regenwasser aufnehmen. Zusätzlicher Speicherraum wird durch eine Sickermulde, die tiefer liegt, geschaffen. Am besten eignet sich eine Hanglage, das Regenwasser läuft dann abwärts in den Teich. Bei Starkregen führt ein Überlauf in die Sickermulde.

Eine Sickerfläche kann im Garten auch ohne Teich angelegt werden, was in jedem Fall sinnvoller ist, als das Wasser ungenutzt in Kanäle zu leiten. Der Abstand zwischen Sickergrube und Haus muss mindestens zwei Meter betragen und die Sickermulde etwas tiefer als das Erdniveau des Hauses gebaut werden, damit kein Wasser in den Keller eindringt. Spezielle pflanzen wie Blutweiderich, Bachnelkwurz oder Pfennigkraut, die in freier Natur an Bachrändern oder in wechselfeuchten Wiesen vorkommen, halten Trockenperioden genauso wie Überschwemmungsphasen aus und eignen sich für die Bepflanzung.

Passende Pflanzen für Sickermulden:

  • Kiel-Lauch (Allium carinatum)

  • Blutweiderich (Lythrum salicaria)

  • Bachnelkwurz (Geum rivale)

  • Echter Eibisch (Althaea officinalis)

  • Sumpfdotterblume (Caltha palustris)

  • Ebenfalls geeignet: Bertram-Schafgarbe (Achillea ptarmica), Kantenlauch (Allium angulosum), Sumpfwolfsmilch (Euphorbia palustris), Echtes Labkraut (Galium verum), Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) und viele mehr.

Regentonne & Zisterne

130 Liter Trinkwasser pro Kopf verbrauchen wir täglich, das ist eine beträchtliche Menge. Regenwasser zu sammeln spart Geld und entlastet die Umwelt – und hübsch ist sie, die gute alte Regentonne, wenn sie neben dem Gemüsegarten steht und mit nostalgischem Charme als Wasserspeicher dient. Daneben sind verschieden große Gießkannen aufgereiht – und Gemüse sowie Blumen scheinen in durstiger Erwartung auf das weiche Nass zu blicken. Das kalkhaltige Trinkwasser aus der Leitung bekommt Pflanzen bekanntlich nicht gut. Saures Regenwasser hingegen verfügt über den idealen Härtegrad und sollte zum Gießen bevorzugt verwendet werden. Gemüsekulturen brauchen durchschnittlich 200 bis 600 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter und Jahr. Ein 50 m2 großes Dach liefert in einem Jahr etwa 35.000 Liter Regenwasser – damit lässt sich ein 90 m2 großer Gemüsegarten versorgen.

Regentonnen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Materialien. Amphoren, Wandbehälter oder ausgediente Fässer und Badewannen fassen kleine Mengen, mehr Wasser lässt sich in einer im Boden eingegrabenen Zisterne oder in Teichen speichern.

Richtiges Giessen

Selbst wenn alle Zierpflanzen im Garten den besten Standort gefunden haben und ohne Gießen über die Runden kommen – das Gemüsebeet braucht zusätzliche Bewässerung. Gießkannen voll Leitungswasser zu schleppen ist aber anstrengend, zeitraubend und kommt auf Dauer recht teuer.

Deshalb ist es wichtig, das Gemüsebeet gezielt zu gießen. Mulden und Rinnen um die durstigen Gewächse helfen Wasser zu sammeln und lassen es an den richtigen Stellen versickern. Man sollte nicht häufig, dafür aber durchdringend gießen, damit die Pflanzen möglichst tiefe Wurzeln bilden, um auch die Feuchtigkeit in den unteren Bodenschichten noch zu erreichen. Am besten ist es, in den Morgenstunden zu gießen, denn das abendliche Wässern lockt Schnecken an; niemals in praller Sonne in der Mittagshitze, dabei würde zu viel Wasser direkt verdunsten. Und auf keinen Fall werden die Blätter mit Wasser benetzt, denn die Wassertropfen wirken wie Brenngläser. Feuchte Blätter begünstigen Pilzerkrankungen

Tipps, um im Garten Wasser zu sparen

  • Beetflächen mulchen und mit Grasschnitt oder Stroh abdecken verringern nicht nur die Verdunstung, sondern vermindern auch weitgehend den Unkrautwuchs.

  • Mit Tröpfchenschläuchen lassen sich billige, wassersparende Bewässerungssysteme herstellen.

  • Durstige Pflanzen werden zusammengesetzt, damit die Wege beim Gießen möglichst kurz bleiben.

  • Wählen sie die Pflanzen nach den voraussichtlichen Niederschlagsmengen in ihrer Region und dem jeweiligen Boden im Garten. Heimische Stauden, Sträucher und Bäume sind an Boden und Klima gewöhnt.

  • Feldahorn, Sanddorn, Weißdorn, Schlehe, Wacholder, Hundsrose und andere Wildrosen eignen sich besonders gut für trockene Lagen und wasserdurchlässige Böden.

  • Weiden, Holunder und Grauerle suchen feuchte Lagen und gedeihen auch direkt neben der Sickergrube.

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