9 goldene Regeln für eine gesunde Gartenerde


Natürlich düngen, Vielfalt pflanzen, reich ernten: Mit diesen Servus-Tipps bleibt der Gartenboden gesund und fruchtbar.

9 goldene Regeln für eine gesunde Gartenerde Gute Erde, gute Ernte. Wer den Gartenboden pflegt, eine kluge Fruchtfolge einplant und auf Mischkultur setzt, kann sich auf reiche Erträge freuen.

1. Den Boden kennenlernen

Die Zusammensetzung des Bodens wirkt sich sowohl auf die Struktur und den Nährstoffgehalt als auch auf den Säuregrad aus. Das Wissen um seine Beschaffenheit ist deshalb eine wichtige Voraussetzung, um ihn entweder der Nutzung entsprechend zu verändern oder die richtigen Pflanzen einzusetzen. Bei der Bestimmung können Zeigerpflanzen helfen. Auf humusreichen Böden wachsen Brennnessel oder Vogelmiere. Auf schwerem, nassem Erdreich machen sich Kriechender Hahnenfuß und Löwenzahn breit.


2. Vor Kulturbeginn den Boden verbessern

Wer den Gartenboden gleich zu Beginn gut vorbereitet, spart sich später viel Ärger und Mühe. Sandige Böden ermöglichen eine rasche Erwärmung, sorgen für gute Durchlüftung und lassen sich leicht bearbeiten; Wasser und Nährstoffe sind auch kaum vorhanden. So ein Untergrund sollte mit Humus (Kompost, Gründüngung) angereichert werden.

Tonhaltige Böden erwärmen sich im Frühjahr nur langsam und neigen zu Staunässe. Obwohl sie Nährstoffe und Wasser gut speichern, kann beides von den Pflanzen oft nicht aufgenommen werden. Die Bearbeitung solcher Böden gestaltet sich schwer; Quarzsand und Kompost tragen hier deutlich zur Verbesserung bei.

Ein lehmiger Boden hingegen ist des Gärtners Glück: Sandige und tonige Anteile sorgen für einen ausgeglichenen Wasser- und Nährstoffhaushalt.


3. Die optimale Fruchtfolge bedenken

Pflanzen haben einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf, das macht man sich mit einer klugen Fruchtfolge zunutze. Im ersten Jahr wachsen die Fresser wie Kohlgewächse und Paradeiser. Diesen Starkzehrern folgen im zweiten Jahr Gemüse mit mittleren Ansprüchen wie Zwiebeln, Karotten, Mangold und Radieschen. Im dritten Jahr sind die meisten Nährstoffe aufgebraucht, aber für Schwachzehrer wie Salate und Bohnen reicht es immer noch. Danach wird ein Jahr Pause eingelegt und Gründüngung angebaut. Das Beet darf sich jetzt erholen.


4. Erholungskur mit Gründüngung einplanen

Es gibt Pflanzen, die den Boden lockern, mit Nährstoffen anreichern und sogar Schädlinge vertreiben. Sie werden als Gründüngung angebaut. Lupine, Luzerne, Phazelia und Ackerbohne bilden tiefe Wurzeln und lockern das Erdreich. Alle Schmetterlingsblütler sind in der Lage, Stickstoff zu binden. Zu ihnen zählen der Kohlweißlinge und Kohlfliegen vertreibende Inkarnatklee und der Perserklee. Und Ringel- und Studentenblume werden von schädlichen Nematoden gemieden. Nach dem Winter schneidet oder mäht man die Gründüngung und lässt sie als schützende Schicht liegen. Nach etwa drei Wochen werden die Überreste in den Boden eingearbeitet.


5. Mischkultur fördert die Pflanzengesundheit

Vielfalt und buntes Durcheinander im Garten lohnen sich, denn manche Pflanzen fördern einander, indem sich Schädlinge und Krankheiten von ihren Nachbarn fernhalten. Stehen zum Beispiel Zwiebeln und Lauch neben Karotten, halten sie die Möhrenfliege fern. Auch Kohlgewächse und Sellerie helfen einander: Sellerierost und Kohlweißlingraupen meiden diese Umgebung. Salat wiederum verhindert bei Radieschen den Befall durch Erdflöhe.

Sie möchten mehr über Gute Nachbarn im Gemüsegarten erfahren? Lesen Sie hier weiter.


6. Grabgabel ist besser als Spaten

Um das Bodenleben zu schonen, sollte nur vor Neuanlage eines Beetes mit dem Spaten umgestochen werden, denn dabei werden die Bodenschichten durcheinandergebracht. Die Erde ist dann zwar gelockert, aber es dauert eine Zeit, bis sich der Boden wieder erholt hat und die Mikroorganismen in ihren Lebensraum zurückgekehrt sind. Das Rütteln mit der Grabgabel reicht völlig aus.


7. Kompost erhält den natürlichen Kreislauf

Um jene Nährstoffe, die das Pflanzenwachstum dem Boden entzieht, wieder zurückzuführen, schwören Gartenfreunde auf Kompost. Oft sogar als Gold des Biogärtners bezeichnet, bringt er viele Vorteile: Bodenlockerung und Strukturverbesserung, langsam abbaubare und rasch verfügbare Nährstoffe, Förderung von Bodenlebewesen wie Regenwürmern und zersetzenden Mikroorganismen. Kompost ist Bestandteil eines natürlichen Kreislaufs, in dem nichts verlorengeht und alles wiederverwertet wird. Die beste Erde reift aus gut gemischtem Material von Grasschnitt, Pflanzenteilen und groben Holzstücken. Krankes Laub und gekochte Küchenabfälle, besonders Fleischreste, dürfen aber keinesfalls dazu.


8. Mulchen schützt den Boden

In der Natur ist die Erdoberfläche nie völlig unbedeckt. Selbst nach einem Brand beginnen Pionierpflanzen sehr rasch, den Boden wieder zu erobern. Brachliegende Beete erleiden sogar Schaden: Die Erde trocknet aus, das Bodenleben wird gestört. Mulchen mit Grasschnitt, Gründüngung, Holzhäcksel oder Rindenstücken schützt den Boden. Wasser wird besser gespeichert, und das Unkraut kommt deutlich weniger auf.


9. Schädlingsbekämpfung ohne Chemie

Im Naturgarten wird ohne Einsatz von Pestiziden und ohne mineralische Dünger gegärtnert. Das Fördern von Nützlingen und der Einsatz von Kompost schonen dabei den Boden. Wer den natürlichen Kreislauf nicht durchbricht, legt den Grundstein für ein gesundes Pflanzenumfeld mit natürlichen Erträgen.

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