Der Neusiedlersee - bedrohtes Paradies


Wie geht so etwas - ein Ferienparadies mit Tausenden von Ausflüglern und Touristen und dicht daneben eines der faszinierendsten Naturparadiese der Welt?
Am "Meer der Wiener" gibt es viele ökologische Besonderheiten, die sich in dem Schilfgürtel und unter dem Wasser, rund um die Salzlacken und hinter den Hutweiden verbergen.

 

Der Neusiedler See ist ein kleiner Kontinent für sich: mit giftigen Riesenspinnen, den Taranteln, die als rasante Jäger über den Boden laufen, den witzigen Zieseln, die Erdhöhlen in Luxusappartments verwandeln, wenn sie auf Brautschau gehen, und den alten Haustierrassen, die als lebendige Genbank auf der Weide stehen. Da sind Moorochse und Wasserbüffel, die die Sumpfwiesen abgrasen, die Przewalski-Pferde, die letzten Wildpferde der Welt und das Ungarische Graurind. Diese wunderschönen weißen Steppenrinder halten keinen Stall aus, sie brauchen die Weite des Tieflands, und sie sind im Sommer wie im Winter draußen. Früher wurden die genügsamen und ausdauernden Tiere von Ungarn bis nach Spanien auf die Viehmärkte getrieben und häufig noch verschifft.
Dann sind da natürlich die unendlich vielen Vögel, die im Schutz des Schilflabyrinthes brüten. Tausende von ihnen kommen jährlich von weit her, um hier ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen, und fliegen bald danach wieder zurück - ans Nordkap oder nach Afrika.
Ein besonderer Höhepunkt des Films sind seltene Aufnahmen der Balz der Großtrappen. Von diesen großen Laufvögeln gibt es nur noch wenige Populationen, und sie sind so scheu, dass man sie in der Natur nur als Punkt am Horizont zu sehen bekommt. Es sei denn die Hähne plustern sich zum doppelten Größe auf, um vor den umworbenen Damen ihr Menuett zu tanzen!
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