Die große Tierwanderung


Wenn die Herde in Bewegung ist, zittert die Erde. Das Grollen der Hufe ist kilometer-weit zu hören. Es ist ein biblisches Bild, der Weg zur Arche Noah: Hunderttausende von Weidetieren – mehr als eine Million Gnus, begleitet von Zebras, Antilopen, Gazellen und Springböcken, wandern jedes Jahr durch halb Afrika, um der Trockenheit des Sommers zu entkommen.

 

3000 Kilometer weit wandern Gnus, Zebras, Antilopen, Gazellen und Springböcke quer durch den legendären Serengeti-Nationalpark. Monate später kehren sie in weitem Bogen wieder zurück zu ihrem Ausgangsort, immer der grünen Vegetation und dem Wasser folgend.
Die größte Tierwanderung der Welt ist auch ein Instrument der Evolution: Nur die Stärksten, Schnellsten und Klügsten überleben den Treck der Tiere, denn entlang des Wegs lauern viele Gefahren: Raubtiere begleiten den Zug aus einiger Entfernung, um geschwächte Opfer auszumachen. Krokodile lauern im Mara-Fluss in Kenia, der von den Tieren schwimmend überquert werden muss: Für viele wird das unbekannte Terrain zum Verhängnis. Steppenbrände versperren den Weg und zwingen zu weiten Umwegen.
Die Serengeti, das „weite Land“ der Massai, hat schon die Abenteurer der Vergangenheit fasziniert. Wohlhabende Aristokraten wie der ungarische Graf Teleki dokumentierte das Leben in der damals noch wenig erforschten Steppe in Ostafrika in Zeichnungen und ersten Fotos. Wegen der großen Anstrengungen desertierten viele Mitglieder seiner Expedition.
Die Foto-Touristen, die heute dem Zug der Tiere folgen, können in komfortablen Lodges übernachten. Aus sicherer Entfernung beobachten sie die Elefanten, die nach Wasserlöchern suchen und die Aasfresser wie den Gleit-Aar oder den Marabu-Storch. Andere Vögel wie der Kaffernhornrabe profitieren von den vielen Insekten, welche die Wanderung begleiten oder im Dung der Huftiere sitzen.
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