Die zerrissene Union


Am 1. Juli hat Österreich die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Die Erwartungen sind hoch, die Herausforderungen groß. Von Kanzler Kurz erhoffen sich viele neue Impulse für die zerrissene Union, einen Brückenschlag zwischen den jungen osteuropäischen und den alten westeuropäischen Mitgliedsstaaten.

 

Flüchtlingskrise, Brexit, Populismus, Handelsstreit mit den USA: Um die Probleme der EU zu lösen, müssten die Mitgliedsstaaten wieder enger zusammenrücken, Brüssel brauche mehr Machtbefugnisse, so die Meinung vieler EU-Politiker und auch vieler westeuropäischer Regierungschefs. EU-Skeptiker glauben hingegen, dass genau das Gegenteil richtig ist: Sie wollen keine Vertiefung der Europäischen Union, sondern für die Mitgliedsstaaten mehr Luft zum Atmen, mehr Möglichkeiten, eigene Entscheidungen zu treffen - um die Probleme eigenständig und individuell zu lösen. Der EU-Zentralismus unterdrücke die Regionalität. Die landesspezifischen Probleme würden von der EU ignoriert.

Die „Im Kontext“-Reporter machen sich an den Rändern der EU auf die Suche nach den Gründen für die EU-Skepsis; dort, wo die Herausforderungen der Union am deutlichsten zu spüren sind – im Westen, Osten, Norden und Süden der Union. In Irland, Ungarn, Dänemark und Italien. Sie sprechen mit Bürgern, die sich von der EU im Stich gelassen fühlen, mit Politikern, die eine andere Union wollen: Kein "bürokratisches Monster", sondern eine Union für die Bürger. Die Frage „Mehr oder weniger Europa?“ sollte nach der Meinung vieler Bürger nicht Brüssel beantworten, sondern jedes Land für sich.

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