Europas Routen - Die Via Romana in der Schweiz


Rund 85.000 Kilometer gepflasterte Wege durchzogen einst das Römerreich – verbanden Europa mit Kleinasien und dem Vorderen Orient. Jahrhunderte lang genutzt als Handelstrassen, Marschrouten und Nachrichtenpassagen – für Händler, Soldaten, Regierungsbeamte und kaiserliche Kuriere. Als das Imperium unterging, überdauerten die Trassen ihre Erbauer. Noch heute verläuft das gewaltige Straßennetz quer durch Europa und zeugt vom Reichtum alten Handwerks und der Vielfalt überlieferter Traditionen.

 

Die Via Romana ist eine rekonstruierte Römerroute zwischen Genf (Genava) und Augst bei Basel (Augusta Raurica). Sie folgt einem Teil der antiken Route von Rom in das damalige Germanien. Von Julius Cäsar während seines Gallienfeldzuges teilweise ausgebaut und benutzt, finden sich noch heute militärische Parallelen. Wie in Bière, unweit des Genfersees. Wo früher ein Kastell der römischen Besatzer stand übt heute das Schweizer Militär. Am selben Dorfrand wird noch geschmiedet. Die Waadtländer „Toupins“. Die so genannten Paradeglocken für den alljährlichen Alpaufzug sind die Spezialität der Familie Tschantz. Glocken fand man auch als Beigabe in römischen Gräbern. Sie sollten die Toten vor dem Unfug der Geister schützen. Glöckchenamulette wurden später kleinen Kindern und Tieren zum Schutz gegen Behexung umgehängt.
Zurück am Genfersee führt an seinem Seeufer entlang die Via Francigena über Vidy, wo sich die römischen Ruinen von „Vicus Lousonna“ befinden, zum heutigen Lausanne. . Erst im 4. Jahrhundert verlagerte sich die Stadt vom Seeufer auf den Hügel auf dem heute eine Kathedrale steht.
Filmemacher Jeremy J.P. Fekete begibt sich “on the road” auf Spurensuche. Über Autobahnen und Schotterstrassen. Mit dem nostalgischen Flair einer Reise der 1970er Jahre.
Das könnte Sie auch interessieren