Gero von Boehm fragt Daniel Kehlmann


Er hatte schon als junger Schriftsteller großen Erfolg. Jetzt, mit 40, ist er schon ein alter Hase, der den Literaturbetrieb klug durchschaut: Daniel Kehlmann, Shooting Star der literarischen Welt mit österreichisch-jüdischen Wurzeln. Kehlmanns große Leidenschaft für das Geschichten erzählen verbindet sich mit einem ungeheuren Interesse an philosophischen Fragen. Gero von Boehm führte für „Close Up“ ein intensives Gespräch mit dem genialen Kopf.


Er hat mit der „Vermessung der Welt“ einen der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit geschrieben und gilt seit langem als Shooting Star des Literaturbetriebs: Daniel Kehlmann. Klug, witzig und äußerst unterhaltsam erzählt er seine Geschichten und hat jetzt ein packendes Gespräch mit Gero von Boehm für „Close Up“ geführt.
Schon als Kind hat Daniel Kehlmann aufregende Ausflüge in die Literatur unternommen und ein frühes Interesse an Philosophie entwickelt. Da er einer Künstlerfamilie entstammt - die Mutter war Schauspielerin und ist Malerin, der Vater war Regisseur und Schauspieler - wurden seine Neigungen gefördert. Kehlmann hat seine Kindheit in Wien verbracht und ging auf eine Jesuitenschule, auch dort wurde er nicht zum Außenseiter.
Trotzdem mag er sich ungern einer Identität zuschlagen lassen, er fühlt sich weder besonders jüdisch noch speziell österreichisch oder deutsch. Das jüdische Erbe ist zwar immer präsent, denn ein Großteil der väterlichen Familie wurde in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet. Doch Daniel Kehlmann will lieber auf Zugehörigkeiten zu einer Nation verzichten, für ihn hat das etwas Konstruiertes.
Lieber beschäftigt er sich mit den Grundfragen der Philosophie und infiziert damit seine Leser auf humorvolle, verspielte Weise. Für neue Erkenntnisse in der Hirnforschung interessiert er sich sehr, die Wahrnehmung der Wirklichkeit ist hier sein Thema. Auch politisch mischt er sich ein, reiste mit dem deutschen Außenminister und war Gastredner im deutschen Bundestag. Aber er macht das auf seine Art, eher leise als laut.
Mit Preisen wurde er geradezu überhäuft: darunter der Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Doderer-Preis, der Kleist-Preis 2006 sowie zuletzt der WELT-Literaturpreis 2007.
Sehr offen spricht der Schriftsteller mit G
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