Hausbesuch im Salzschifferhaus


Wie ein dunkles Haus aus dem 15. Jahrhundert zum hellen Domizil wurde. Und warum es erst perfekt war, als so manche Mauer fiel.


Als Erstes musste ein wenig geglückter Wintergarten daran glauben und wurde angerissen. Mit dem Glaskobel fielen noch weitere Wände, sodass heute nichts mehr an das dunkle verschachtelte Labyrinth von einst erinnert. Das Haus aus dem 15. Jahrhundert steht nicht unter Denkmalschutz, wurde aber so saniert, als ob. „Wir haben alles wie bei einer Zwiebel freigelegt. Was jünger als 100 Jahre war, musste raus. Anderes, wie die alte Balkendecke in der Küche und die Böden, durfte bleiben“, erzählen Inge und Wolfgang, die beide als Architekten arbeiten.

Weiß ist jetzt die Grundfarbe. Für bunte Flecken sorgen ein traditioneller grüner Kachelofen in der Küche und viel Kunst an den Wänden. Zwischen die durchkomponierte Architektur mischt sich immer wieder eine Andeutung von Unperfektheit, gerade so viel, um das Ganze perfekt zu machen. Aus dem anfänglichen Edelrohbau ist ein heiteres Familiendomizil geworden, in dem das Leben fortgeschrieben wird. Etwas Besseres konnte dem in die Jahre gekommenen Haus nicht passieren – und seinen Bewohnern wohl auch nicht.


Kunstvolle Einrichtung

Hausbesuch Salzschifferhaus Die Einrichtung ist bewusst schlicht gehalten, für Farbtupfer sorgen Bilder und Blumen. Für Gäste ist immer Platz, einmal waren an die neunzig gleichzeitig da.


Das Herz des Hauses schlägt in der Küche

Hausbesuch Salzschifferhaus Der traditionelle Kachelofen hatte Glück: Obwohl nicht ganz so betagt, durfte er beim Umbau bleiben. Er und der moderne Küchenblock bilden das Epizentrum, von dem sich die Gastfreundlichkeit der Hausbesitzer bis in den hintersten Winkel des Hauses ausbreitet.


Offenes Badezimmer

Hausbesuch Salzschifferhaus Das Elternbad ist nur durch einen zarten Vorhang vom Schlafzimmer getrennt. Wie überall im Haus ist auch hier die Einrichtung klar und reduziert.


Kinderzimmer mit Geschichte

Hausbesuch Salzschifferhaus Bei den Renovierungsarbeiten kam im Kinderzimmer eine alte Deckenmalerei zum Vorschein. Deshalb ließ man die Decke bewusst unverputzt.


Freundliches Stiegenhaus

Hausbesuch Salzschifferhaus Alte Zunftzeichen der Salzschiffer, die hier einst lebten und arbeiteten, an den Wänden und das alte Waschbecken im Stiegenhaus zitieren frühere Zeiten.


Kleiner Terrassentraum

Hausbesuch Salzschifferhaus Weil das Haus inmitten der Altstadt steht, ist der Garten nicht besonders groß. Die Terrasse ist trotzdem für größere Tafelrunden ausgelegt.


Die Liebe zu schönem Geschirr

Hausbesuch Salzschifferhaus Die Hausherrin hat eine Vorliebe für schönes Geschirr. An Aufputz für die Tafel fehlt es nicht: feines Kristall, Teller, Tassen, Schüsseln, Gläser und Besteck – alles in x-facher Ausführung. „Ich kann dem nur schwer widerstehen und gehe gern auf Flohmärkte. Deshalb habe ich auch mehr Geschirrschränke als Kleiderschränke“, sieht es die Architektin ganz pragmatisch.


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