Kaliningrad - Zwischen Kurischer Nehrung und Frischem Haff


Die russische Exklave ist eine Region voller Kontraste: Hier trifft modernes Russland auf preußisch-deutsche Vergangenheit.

 

Eine Region voller Kontraste und ihre Anwohner: Die Kadetten Kiryll Kiryllov und Arthur Sharomov träumen davon, eines Tages Kapitän auf großer Fahrt zu werden. Dafür müssen sie die Ausbildung an der Baltischen Staatlichen Akademie der Fischereiflotte absolvieren. Die Prüfungen sind hart: Am Ende des dritten Studienjahres sollen die jungen Männer ein großes Leck auf einem Fischtrawler abdichten. Wassereinbruch! Jetzt ist schnelles und entschlossenes Handeln gefragt.
Matrosovo, das frühere Gilge, galt einst als das schönste Haffdorf Ostpreußens. Ein Fluss trennt das Dorf in zwei Teile. Nur eine Seite hat einen Anschluss an die Straße, die andere ist abgeschnitten von der Welt. Früher gab es eine richtige Fähre, die mit dem Zweiten Weltkrieg verschwunden ist. Deshalb hat die Gemeinde ein kleines Ruderboot spendiert und Elena Worobiowa angestellt. Den ganzen Tag ist die „Fährfrau“ in Bereitschaft, um ihre Passagiere hin und her zu rudern: die Schulkinder, die Elektriker und auch die Kundschaft für das Magasin Nummer 33, den kleinen Dorfladen.
Kaliningrad ist im Bernsteinfieber. Das große Bernstein Kombinat hat das Monopol zur wirtschaftlichen Nutzung der begehrten Schmucksteine aus fossilem Harz. Hier, im einzigen Bernsteintagebau der Welt, werden jährlich rund 300 Tonnen des Edelsteins abgebaut. Fast 90 Prozent des weltweiten Bernsteinvorkommens sollen hier lagern. Das lockt auch private Schatzsucher wie Sergej Lobodzinsky und Igor Shulepov: Sie sind leidenschaftliche Taucher und mutig genug, weit draußen in der Ostsee nach Bernsteinen zu suchen, noch hinter der zweiten Sandbank, tief unten auf dem Meeresgrund.
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