Magie der Moore


Moore sind wahre Relikte, die letzten Überreste heimischer Urlandschaften. Wir blicken hinter die Kulissen ihrer biologischen Vielfalt.

 

Keine andere Landschaft weckt so gegensätzliche Emotionen wie das Moor. Ein Aufenthalt hier inspiriert zum stillen Dialog mit der Natur. Im Wald, auf der Wiese, am Meer oder am See trifft man immer auch andere Menschen. Nicht aber im Moor: Hier kann der Mensch nicht joggen, den Hund ausführen oder baden. Hier sind wir meist allein. Dieses Alleinsein in der Natur öffnet die Sinne: Für Geräusche und Gerüche, die anders sind als in den uns vertrauteren Lebensräumen. Wir treffen auf sumpfigen Boden, surreal anmutende Pflanzen und faszinierend fremdartige Tiere, Spezialisten mit erstaunlicher Anpassungsfähigkeit an ihren Lebensraum. Viele von ihnen sind selten, weil sie in anderen Regionen mitsamt der Moore längst verschwunden sind. Andere nutzen die Moore als Rückzugsgebiete, darunter Kreuzottern, Wölfe und Bären.

In fünf Jahren Drehzeit gelang dem renommierten Naturfilmer Jan Haft und seinem Team eine Collage teils farbenfroher, teils schaurig-düsterer Bilder dieses einzigartigen Lebensraums. Mit neuester Kameratechnik und ausgefeilten Zeitlupen sowie Zeitraffer konnte Haft einmalige Verhaltensweisen von Tieren und Pflanzen einfangen. Er zeigt diese wundervolle Landschaft als lebendige Schatztruhe direkt vor unserer Haustür. In meterdicken Torfschichten speichert das Moor gewaltige Kohlendioxidmengen und spielt damit eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz. Die Renaturierung ist in vollem Gang, parallel werden jedoch immer noch Moore trockengelegt und neue Torfkraftwerke gebaut. Der Heilungsprozess wird Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte in Anspruch nehmen.
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