So halten Murmeltiere Winterschlaf


Für viele Forscher ist der Winterschlaf der Murmeltiere ein Rätsel, stellen sie doch damit eiserne Regeln der Natur auf den Kopf.

So halten Murmeltiere Winterschlaf Recken, strecken, schmusen: Murmeltiere sind fünf Monate im Sommer munter, um dann gegen Ende September in einen tiefen Winterschlaf zu verfallen.

Murmeltiere leben fünf bis sechs Monate im Sommer im Zeitraffer, um sich dann gegen Ende September in den wohlverdienten Winterschlaf zu begeben. Ein beinahe schon todesähnlicher Schlaf, der eigentlich gar keiner ist, sondern eine mit dem Fachbegriff „Torpor“ bezeichnete Starre. Eine Tatsache, die das Alpenmurmeltier zu einem beliebten Forschungsobjekt macht.


Der größte Feind der Murmeltiere

Nicht Steinadler oder Füchse sind die größte Bedrohung für den Bestand, sondern der Klimawandel. Mit Wärme können Murmeltiere nur schlecht umgehen. An heißen Sommertagen verharren sie, statt zu fressen, im kühlen Bau. Häufen sich solche Prachttage, bleibt den Nagern zu wenig Zeit, sich die lebenswichtigen Fettpolster anzufressen, mit dessen Hilfe sie auch ihre Kinder durch den Winter bringen müssen.


So pflanzen sich Murmeltiere fort

Murmeltier Murmeltiere begrüßen sich, indem sie die Nasen aneinander reiben.

Für die Reproduktion ist nur das Alphaweibchen zuständig. Instinktiv setzt es die anderen Weibchen, die sich paaren, unter massiven Druck, wodurch sich deren Stresshormonspiegel derart erhöht, dass es in den allermeisten Fällen zu Fehlgeburten kommt. Das dient allein dem Überleben des Wurfes. Dieser kann sich nämlich im ersten Winter noch nicht selbst erwärmen, sondern ist auf die Energie der Eltern und älteren Geschwister angewiesen. Um Wärme spendende Männchen zu motivieren, lässt sich das fortpflanzungsberechtigte Weibchen auch mit subdominanten Familienmitgliedern ein. So ist jedes Männchen der Meinung, den Nachwuchs gezeugt zu haben und engagiert sich beim winterlichen Wärmen viel mehr.


Der lebenswichtige Winterspeck

Auf dem Speiseplan von Murmeltieren stehen Alpenklee, Tragant und Labkraut. Diese Pflanzen enthalten hohe Mengen an ungesättigten Fettsäuren, die – im weißen Fettgewebe eingelagert – die Toleranz tiefer Temperaturen erhöhen. Etwa drei Kilo wiegen ausgewachsenen Murmeltiere im Frühjahr nach dem Verlassen ihrer Tunnelgänge. Im September sind es bis zu zwei Kilo reines Fett mehr.


Die Vorbereitung auf den Winterschlaf

Nun beginnt jener wundersame Prozess, der Forschern bis heute teilweise rätselhaft erscheint. Eine innere, auf den Jahresverlauf eingestellte Uhr leitet eine kurze Fastenperiode ein. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die Verdauungsorgane um bis zu 30 Prozent zu schrumpfen und verringern so die zu beheizende Masse. Dann beziehen die Mitglieder der Murmeltier-Familie gemeinsam den tiefgelegenen Winterbau, klemmen den Kopf zwischen die Hinterbeine und bedecken ihn mit dem buschigen, bis zu 25 Zentimeter langen Schwanz. In der Mitte des familiären Murmeltierknäuels liegen die jüngsten Tiere, die noch zu wenig Fett haben, um sich in der Kälte am Leben zu erhalten.


Der todesähnliche Winterschlaf der Murmeltiere

Schon bald übermannt alle der erste Torpor, in dessen Verlauf die Körpertemperatur auf bis zu 2,6 Grad absinken kann. Nicht einmal Hirnströme sind nun messbar. Merkwürdiges, aber evolutionär überaus Sinnvolles geschieht im Bau. Etwa alle elf Tage treten die Murmeltiere in eine kurze Erwärmungsphase ein, die Euthermie. Das bedeutet nicht, dass sie aufwachen; jetzt schlafen sie tatsächlich. Muskelzuckungen aktivieren bestimmte Proteine im Fettgewebe, die ausschließlich der Erwärmung dienen; es ist, als würde sich eine kurzgeschlossene Batterie erhitzen.


Warum Murmeltiere diese Art Winterschlaf brauchen

Die Forschung geht heute davon aus, dass die Tiere deshalb ihre Kältestarre unterbrechen, weil nur in dieser Phase die durch den todesähnlichen Torpor beschädigten Hirnareale repariert werden können. Die Nager verharren so mehr als ein halbes Jahr und verbrauchen dabei, ohne einen Schritt zu tun, 70 Prozent ihres Energiebedarfs. Bis im nächsten Frühling dasselbe Programm wieder eilig abgespult wird: Und jährlich grüßt das Murmeltier.


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