Spielfilm: One Hour Photo


In dem Psychothriller von Mark Romanek träumt sich Robin Williams in das Privatleben seiner Foto-Kunden.


Alle mögen Sy Parrish (Robin Williams), den sympathischen Leiter der Fotoabteilung eines Supermarkts. Zwar gibt sich Sy eher verschlossen und zurückhaltend, aber zumindest ein nettes Wort hat er für jeden Kunden übrig. Ein besonders freundschaftliches Verhältnis verbindet ihn mit der Familie Yorkin, die nun schon seit neun Jahren ihre Fotos bei Sy entwickeln lässt. So hat er Jake, den Sohn von Will und Nina Yorkin, auf den Fotos heranwachsen sehen. Der Einzelgänger Sy betrachtet sich inzwischen auch als festes Mitglied der Familie, und alles, was den Yorkins widerfährt, betrifft gewissermaßen ihn persönlich. Die Abzüge, die er heimlich von allen Fotos der Familie gemacht hat, helfen Sy, sich in das Privatleben der Yorkins hineinzuträumen. Aber gerade wegen dieser unbezahlten Kopien wird Sy von seinem Chef entlassen. In der letzten Arbeitswoche entdeckt Sy auf einem Foto, dass Will Yorkin seine Frau betrügt. Sy fühlt sich verpflichtet, die Ehre der Familie zu retten, und würde dafür auch den Tod des untreuen Will in Kauf nehmen.

Mark Romanek hatte sich mit preisgekrönten Musikvideos für Michael Jackson, Madonna und Nine Inch Nails bereits einen Namen gemacht, bevor ihm mit „One Hour Photo“ als Spielfilm-Regisseur ebenfalls der Durchbruch gelang. Der Psychothriller, für den Romanek auch das Drehbuch verfasste, ist die beeindruckende Studie eines einsamen, psychisch gestörten Menschen, der durch seine Krankheit zum Kriminellen wird. Der leider viel zu früh verstorbene Hauptdarsteller Robin Williams zeigt in der Rolle des Sy eindringlich, dass er nicht nur in Komödien, sondern auch in ernsten Rollen zu großartigen Schauspieler-Leistungen fähig war.
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