Die Bahn, die Villen, der Duft der Sommerfrische: Am Semmering im Süden Niederösterreichs ist die Zeit ein bissl stehengeblieben. Und hält doch mit der Gegenwart Schritt.
9 Ausflugsideen aus dem Servus-Magazin.

Ausgerechnet im südlichen Niederösterreich. Nicht in Tirol, nicht in Salzburg, nein, nur etwa 80 km von Wien entfernt steht Österreichs berühmteste Felswand. Die Polleroswand zierte jahrzehntelang die Rückseite des 20-Schilling-Scheins. Seine Vorderseite zeigte das Porträt des Ritters von Ghega, Erbauer der Semmeringbahn, deren Viadukte die Landschaft mitprägen.

Das Semmeringgebiet ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Kulturlandschaft. Selbst viele der Wege, die durch die Wälder führen, sind ausschließlich der Erbauung wegen angelegt worden, nicht zu Transportzwecken. Und es ist eine Gegend für Genießer. Josef Wagner, Eigentümer des Biohotels Wagner hat uns zu einigen Bio-Betrieben geführt; aber auch abseits davon wird von zumeist kleinen Produzenten hohe Qualität geboten. Das liegt unter anderem daran, dass man hier viel Publikum von auswärts hat, das gerne ein Souvenir oder Mitbringsel erwirbt und dafür auch ein bissl mehr zahlt. Zu einigen dieser Betriebe reist die Kundschaft regelmäßig von weit her an.

1. Gesunde Wohlfühloase

Josef Wagner übernahm das elterliche Hotel 1981, seit 2001 ist es ein zertifizierter Bio-Betrieb. Zimmer gibt es ab 55 Euro pro Person, die Gäste können einen Naturgarten, einen kleinen Wellnessbereich mit Sauna und Kräuterkammer sowie die hauseigene Bibliothek nützen und im Naturladen einkaufen. Die Küche ist selbstverständlich komplett biologisch ausgerichtet, der Chef hat einen feinen Gaumen und erstklassige Produkte zur Hand. Und der Ausblick von der Terrasse des Panoramarestaurants ist herrlich.

Panoramahotel Wagner
Hochstraße 62
2680 Semmering
Tel.: +43/2664/25 12
www. panoramahotel-wagner.at

2. Ausflugsziel mit Tradition

„Die Speckbacher“ heißt ein Verein, der auf eine „Ausflugsrunde  Speckbacher“ zurückgeht. Die wurde 1901 in einem Gasthaus in der Speckbachergasse in Wien-Ottakring gegründet. Diese wiederum verdankt ihren Namen dem von der Gesellschaft verehrten Josef  Speckbacher, einem Mitstreiter von Andreas Hofer in den Tiroler Freiheitskämpfen. Die Zimmer in der Hütte sind einfach (26 Euro pro Person), die Küche ist hervorragend. Besonders beliebt: die Schmorgerichte.

Speckbacher-Hütte
Speckbacher Straße 51
2673 Breitenstein
Tel.: +43/2664/210 96,
e-Mail: servus@die-speckbacher.at

3. Der Genuss-Lieferant

Der Althammerhof ist schon seit langem einer der wichtigsten Lieferanten für die Gastronomie der Gegend – nicht nur was Lammfleisch betrifft. Zum Anwesen gehören auch hunderte Obstbäume: Äpfel, Birnen, Zwetschken, Vogelbeeren – das alles wird am Hof zu Marmeladen, Sirups, Schnäpsen und Likören verarbeitet. Auch die Kreuzberger Kirschen, die schon in der Monarchie einen besonders guten Ruf hatten, kann man im Hofladen erwerben – vielleicht im Rahmen einer Einkehr beim hiesigen Mostheurigen.

Althammerhof
Althammerhofstraße 36
2641 Klamm am Semmering
Tel.: +43/2666/542 77,
www.althammerhof.at

4. Auf ein Schnapserl

Hans Loibl brennt Schnäpse – etwa 10 bis 14 Sorten pro Jahr – von hervorragender Qualität. Besonders beliebt sind Brände aus der Kletzn- bzw. Hirschbirne und aus dem Pummerling, einer speziellen Zwetschkensorte. Die Preise ab Hof liegen zwischen 10 und 17 Euro für 0,35 l.

Brennerei Loibl
Kreuzberg 15
2650 Payerbach
Tel.: +43/660/821 52 62
hloibl@aon.at

5. Ein Schluck Glück

Genau unter dem Viadukt an der Ortsgrenze zwischen Payerbach und Reichenau liegt an der Straße ein altes Wirtshaus, dessen Fassade nicht unbedingt auf die inneren Werte dieses Gebäudes schließen lassen würde. Das ist, neben schmackhaftem Essen, die kleine Brauerei, die Franz Gerhofer hier eingerichtet hat.

Er stellt zwar nur 18.000 Liter Bier pro Jahr her – sein helles und dunkles Märzen, das Schwarzbier sowie stärkere Weihnachts- und Osterbiere sind aber sehr begehrt. Die Biere, die es flaschenweise zu kaufen gibt, kann man auch im Biohotel Wagner, im Hotel Payerbacherhof, im Looshaus am Kreuzberg oder im Schloss Wartholz verkosten.

Raxbräu
Hauptstraße 40
2650 Payerbach
Tel.: +43/676/140 96 28
rax-braeu@gmx.at

6. Literatur und Blumen im Schloss

Michaela und Christian Blazek sind Gärtner und Landschaftsbauern. Sie übernahmen die alte Habsburger-Villa Wartholz, um daraus eine gärtnerisch-gastronomisch-kulturelle Einheit zu machen: Jeder Gartenfreund findet hier, was er braucht. In den teilweise neu errichteten Nebengebäuden gibt es ein Café mit einer herrlichen Terrasse, einen Deko-Laden und eine Buchhandlung. Man führt natürlich Gartenliteratur und tolle Bildbände, aber auch solche über die Region und ihre Geschichte sowie Kochbücher. Und ausgewählte Belletristik; schließlich veranstalten die Blazeks seit 2007 regelmäßig einen anspruchsvollen Literatursalon.

Schloss Wartholz
Hauptstraße 113
2651 Reichenau
Tel.: +43/2666/522 89
www.schloßwartholz.at

Ausflug zum Semmering (Bild: Marco Rossi)





Das Schloss Wartholz in Reichenau hat eine wechselhafte Geschichte. Gehörte es anfangs der Familie Habsburg – es war auch Geburtsort von Otto von Habsburg –, verfiel es später zusehends, bis es das Ehepaar Blazek aus dem Dornröschenschlaf küsste. (Foto: Marco Rossi)

7. Wo die Gänse schnattern

In seinem Bio-Hof baut Eigentümer Karl Erlach nicht nur Kräuter und Gemüse an, sondern züchtet auch Gänse. Am Schwesterhof „BaBioL“wiederum, etwa fünf Kilometer Luftlinie entfernt, grasen 250 Wildmast-Legehennen, Kaninchen, Zwerghühner und 25 Limousin-Rinder. Außerdem produziert Karl Erlach auch noch Most und Brände und veranstaltet regelmäßig große Hoffeste. Seine Produkte werden nur ab Hof verkauft. Der eigenartige Hofname BaBioL ist die Abkürzung von „Bildungsakademie für Biologische Landwirtschaft“. Schließlich kann man bei Karl Erlach nicht nur einkehren, einkaufen und Urlaub machen, sondern auch Seminare besuchen.

Raxbauer
Grünsting 2
2651 Reichenau
Tel.: +43/2666/521 75
www.raxbauer.at, www.babiol.at

Ausflug zum Semmering (Bild: Marco Rossi)

Die Gänseherde von Karl Erlach läuft frei herum. Nur wenn Karl in ihrer Nähe ist, wirken sie wie gefesselt: Sie folgen ihm auf Schritt und Tritt. (Foto: Marco Rossi)

8. Frankfurter vom Feinsten

In Schottwien liegt eine kulinarische Perle: die Fleischerei Haselbacher. Ihr ist ein Gasthaus angeschlossen, das über die Region hinaus einen ausgezeichneten Ruf genießt. Unbedingt probieren sollte man die Frankfurter aus reinem Rindfleisch (die schmackhafte Würzung ist ein gut gehütetes Geheimnis des Chefs) und den Saibling.

Gasthaus & Fleischerei Haselbacher
Hauptstraße 25
2641 Schottwien
Tel.: +43/2663/82 27
www. gasthaus-haselbacher.at

9. Süße Versuchungen & Zwieback

Am Ortsplatz, gleich neben der Kirche und dem Kurpark von Payerbach, liegt die Café-Konditorei Alber im Stil der 1970er-Jahre. In diese Zeit fühlt man sich auch versetzt, wenn man die Vitrine mit all den Schokoladetorten und Cremeschnitten betrachtet oder die Schlagobershauben auf den Kaffees. Besonders empfehlenswert: die Topfenschnitte! Im Stammhaus im nahen Hirschwang produzieren die Albers übrigens schon seit 1882 den berühmten Reichenauer Zwieback.

Konditorei Alber
Ortsplatz 1
2650 Payerbach
Tel.: +43/2666/526 50
www.zwieback.at

Urlaub daheim: GEWINNEN Sie 12 Kurzurlaube in Österreich. Hier geht es zum Gewinnspiel.

7 Ausflugstipps für den Schneeberg in Niederösterreich
3 besinnliche Wanderungen, die Körper und Geist zur Ruhe bringen
9 besondere Wasserfälle in Österreich und Bayern

Aboprämie NotizbuchJetzt das Jahresabo für nur € 48,90 bestellen und ein Notizbuchset dazu bekommen.