Im März beginnt die Blütezeit der Birken und damit die Leidenszeit vieler Allergiker. Heilpflanzen-Expertin Karin Buchart weiß, was ihnen hilft.

Servus-Expertin Karin Buchart (Bild: Roland Vorlaufer)

Karin Buchart schreibt regelmäßig für servus.com und teilt ihr Expertenwissen rund um Ernährung, Kräuter und Heilpflanzen. Hier geht es zu ihrem Buch: Die Naturapotheke

Die Birke ist eine fröhliche Erscheinung mit ihrer weißen Rinde und den hellgrünen Blättern. Der März ist die Zeit, in der sie zu Blühen beginnt, und das bringt manche Menschen zum Tränen und Niesen.

Eiweißbestandteile von Birkenpollen rufen manchmal das Immunsystem auf den Plan – es fühlt sich bedroht. Histamine werden ausgeschüttet und Augen und Ohren beginnen zu jucken. Eiweißbruchstücke in Äpfeln oder Haselnüssen schauen den Birkenpollen zum Verwechseln ähnlich. Deshalb entstehen ab und zu Kreuzreaktionen zu Kern- und Steinobst oder Nüssen.

Das bemerken Pollenallergiker schnell im Mund, wenn es brennt und juckt. Oft schwillt sogar die Lippe an oder die Zunge wird taub. Das nennen die Allergologen Orales Allergiesyndrom. Das ist zwar unangenehm, aber meistens harmlos. Nur in einzelnen, seltenen Situationen schwillt der Hals an. In diesem Fall bitte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Oft hängt es von der Apfelsorte ab, ob eine Reaktion ausgelöst wird. Um das selbst zu testen, kann man ein Apfelstück an der Lippe reiben und eine Viertelstunde warten. Das orale Allergiesyndrom ist eine Sofortreaktion. Die gute Nachricht: Die Kreuzallergene in Äpfeln sind hitzeempfindlich, deshalb ist der Apfelstrudel davon nicht betroffen. Alte Apfelsorten wie Boskop oder Gravensteiner sind verträglicher, weil sie weniger von den so genannten Stressproteinen bilden.

Buchtipp: „Die Naturapotheke“ – Die Servus-Expertinnen Karin Buchart und Miriam Wiegele haben überliefertes und neues Wissen über unsere heimischen Heilpflanzen in einem Buch gebündelt.

Das bringt jetzt Erleichterung

1. Wasser

Wasserkrug mit Gläsern (Bild: Mauritius)
Bild: Mauritius

Wer seine Schleimhäute schön feucht hält, kann die Pollen besser abfedern. Genügend Wasser trinken ist also der wichtigste und einfachste Tipp.

2. Apfelschalentee und Zwiebelschalentee

Bild: Eisenhut & Mayer
Bild: Eisenhut & Mayer

Quercetin ist ein hellgelber Pflanzenstoff, der in den äußersten Schichten von Früchten und Gemüsen steckt. Er gehört zur großen Gruppe der Polyphenole und gilt als Immunmodulator. Er wirkt ausgleichend auf das Immunsystem und beruhigt es.

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3. Brennnessel

Bild: Pixabay
Bild: Pixabay

Die Brennnessel enthält selbst Histamine in kleinen Mengen. Beobachtungen aus der Erfahrungsheilkunde zeigen, dass der Brennnesseltee, über drei bis vier Wochen getrunken, die Heuschnupfensymptome lindert. Die MedUNI Wien erforscht gerade, ob die Symptomatik auch mit dem Eisenhaushalt zusammenhängt. Auch hier könnten Brennnesseltee oder Brennnesselpulver helfen.

4. Schwarze Johannisbeerknospen

Bild: Mauritius
Bild: Mauritius

Die Knospe der Schwarzen Johannisbeere birgt das volle Aroma der Frucht in sich. Ein Auszug mit Alkohol und Glycerin aus der Knospe wirkt als Antihistaminikum.

5. Gesichtsguss

Kneippverlauf im Gesicht (Illustration: Julia Lammers)
Bild: Julia Lammers

Brennende Augen sehnen sich nach kaltem Wasser. Viele Quellen werden Augenbründl genannt, was die wohltuende Wirkung des frischen, kalten Wassers betont. Eine Anleitung zum Gesichtsguss finden Sie hier.

Schon gewusst? Die Heilstoffe der Birke entwässern den Körper, beleben die Kopfhaut und wirken sogar gegen Karies.

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