Am 15. August feiert man im Alpenraum das Hochfest der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel. Doch warum werden Kräuterbuschen geweiht?

Vor über 60 Jahren verkündete Papst Pius XII. das Dogma von der „leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel“ bestätigte damit das, was bereits seit langer Zeit gefeiert wurde. Das kirchliche Hochfest lässt sich nämlich bis ins fünfte Jahrhundert nach Jerusalem zurückverfolgen. Der religiösen Überlieferung nach soll unmittelbar nach Marias Tod ihr Leichnam zum Himmel aufgestiegen sein. Und so feiert die Kirche diesen Feiertag, der im Volksmund Mariä Himmelfahrt heißt, und wir kommen in den Genuss eines arbeitsfreien Tages.

Das könnte Sie auch interessieren

Alte Wortschätze erklärt
Brauchtum

Alte Wortschätze erklärt

Wir haben die Servus-Gemeinde gefragt, welche alten Wörter und Wortschätze ihnen bis heute auf der Zunge liegen. Unsere Mundart-Expertin Ingeborg Geyer ist ihrem Ursprung und ihrer Bedeutung nun auf den Grund gegangen.

18. Apr

Die Kräuterweihe

Mancherorts ist das Fest mit einer Kräutersegnung verbunden. Denn auch zu diesem Festtag hat die Kirche volkstümliche Traditionen übernommen. Büschel aus 7 bis 99 Kräutern – das ist je nach Region verschieden – werden gebunden. In ihnen stecken zum Beispiel eine Rose (für Maria) oder eine Königskerze, Schafgabe, Baldrian, Arnika, Kamille, Johanniskraut und Pfefferminze.

Nach der Weihe wird der Busch daheim in den Herrgottswinkel zum Trocknen aufgehängt. Die gesegneten Kräuter sollen die Familie und ihr Vieh – so der Volksglaube – das gesamte Jahr über vor Unheil, Krankheit und Verzauberung schützen, den Hof vor Blitzschlag bewahren, das Eheglück fördern oder für Kindersegen sorgen. Viele Menschen werfen bei Unwetter einige der getrockneten Blätter ins Herdfeuer oder zerreiben sie zwischen den Fingen.

Die wunderschönen Kräuterbuschen der Servus Leser auf Facebook:

Zeit der Ernte

Mit Mariä Himmelfahrt beginnen in manchen Orten Tirols und Bayerns die „Frauendreißiger“. Diese Zeit dauert bis zu Mariä Geburt am 8. September und ist eine ländliche Festzeit der Fülle und Ernte sowie der Almfeste. Kräuter, die in dieser Zeit wachsen und gesammelt werden, gelten als besonders heilkräftig und wirksam.

Tipp: Im Servus-Buch von Gundi Bittermann „Brauchtum in Österreich“ finden Sie alles über die bunte Vielfalt der österreichischen Bräuche. Zu finden in unserem Online-Shop Servus am Marktplatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere Bauern: 5 Fakten
Brauchtum

Unsere Bauern: 5 Fakten

Österreich, ein Land der Erbhöfe: Ob im Mostviertel, in Tirol oder in der Steiermark, jeder jahrhundertealte Hof in Familienbesitz erzählt eine Geschichte – von Weitsicht und Fleiß, Zusammenhalt und tiefer Verbundenheit mit der Natur.

29. Mai

Das könnte Sie auch interessieren:
Die Räucher-Zeremonie von Kräuterfrau Gerti Epple
Unsere 5 beliebtesten österreichischen Handwerksprodukte
Familie Lerchner und ihre Petit Point Stickerei in Wien

Aboprämie NotizbuchJetzt das Jahresabo für nur € 48,90 bestellen und ein Notizbuchset dazu bekommen.