Wie der Mostviertler in vierter Generation Bummerlzähler und andere praktische Schönheiten aus Holz drechselt.

Die kleine Drechslerei von Andreas Jelinek in Purgstall an der Erlauf besteht seit mehr als hundert Jahren. Seit der Gründung des Betriebs 1901 hat sich viel getan: Die alten Drehbänke haben einen Motor bekommen, und vier Generationen der Familie hauchten dem alten Handwerk mit viel Liebe und guten Ideen immer wieder neues Leben ein. 

Großen Wert legt der Drechsler neben einer professionellen Herstellung auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Es ist ihm nicht egal, woher das Holz kommt. Und zu seinem Glück ist das auch bei seinen Kunden so. In seiner Werkstatt duftet es deshalb vor allem nach heimischen Hölzern wie Buche, Eiche, Ahorn, Zirbe und Edelholz wie Nuss. Alle PEFC-zertifiziert, versteht sich.

Vorlage für den Bummerlzähler (Bild: Stefan Pfeifer)
Vorlage für den Bummerlzähler (Bild: Stefan Pfeifer)

Das Geheimnis der hölzernen Werke aus dem Hause Jelinek ist auch wo anders zu finden: Die Drechslerei verfügt über eine eigene Holz-Trocknungsanlage. Ein immenser Vorteil, denn so weiß Andreas Jelinek ganz genau, wie lange und in welcher Art und Weise seine jeweiligen Hölzer, die frisch geschlägert zu ihm kommen, getrocknet werden. Wesentlich für die weitere Verarbeitung, denn ein beispielsweise zu schnell getrocknetes Holz weist Spannungen auf und springt leichter.

Der kleine Kassenschlager

Spannungen gibt es hin und wieder an Österreichs Wirtshaus- und Küchentischen. Wenn geschnapst wird nämlich. Und das wird nach wie vor nur zu gerne. Andreas Jelinek merkt das an der unverändert großen Nachfrage nach dem „Bummerlzähler“. Einst auf einen Kundenwunsch von seinem Vater vor rund 45 Jahren als Prototyp hergestellt, hat sich das einfache Gerät mit den großen und kleinen Holzkugeln zum Dauerbrenner gemausert. Eine der typischen Sonderanfertigungen, die nach wie vor in Handarbeit zusammengesetzt werden. 

„Kartenspieler sterben nicht aus.“

Andreas Jelinek

Die fünfte Generation im Hause Jelinek existiert übrigens schon. Das Interesse für den Rohstoff Holz, das Fräsen und Drechseln scheint bei den Kleinen vorhanden zu sein. Ob der „Bummerlzähler“ in Zukunft weiterhin im Familienbetrieb gefertigt wird? Das traut sich der Drechslermeister noch nicht zu sagen. Das wird die Zeit zeigen. 

Schönes und Praktisches aus der Drechslerei Jelinek im Mostviertel gibt es bei Servus am Marktplatz.