10 goldene Regeln für einen klassischen Bauerngarten


Richtige Lage, optimaler Grundriss, eine kluge Mischung von Gemüse, Kräutern und Blumen – so schaffen Sie Ihr eigenes kleines Gartenparadies.

10 goldene Regeln für einen klassischen Bauerngarten Ein typischer Bauerngarten liegt möglichst nahe am Haus und ist nach Osten oder Süden ausgerichtet.

10 goldene Regeln für einen klassischen Bauerngarten So wird ein klassischer Bauerngarten angelegt: Ein Quadrat, das in vier größere Beete geteilt wird. Dazwischen sind Wege, die sich in der Mitte kreuzen.

1. Der Grundriss

Die Anlage orientiert sich an einem formalen Grundmuster, das macht den Bauerngarten übersichtlich für die Bearbeitung. Eine quadratische Fläche wird in vier Beete geteilt, auf das Wegkreuz in der Mitte gehören Bäumchen, Blumengruppen, Brunnen, Wasserbecken, Vogeltränken oder auch eine hübsche Sonnenuhr. Schmale Beete säumen die Umgrenzung, und ein umlaufender Weg sorgt für die gute Erreichbarkeit aller Anbauflächen.


2. Die Lage

Die Nähe zum Haus und vor allem zur Küche ist das Um und Auf eines praktischen Bauerngartens. Die Fläche selbst sollte entweder nach Osten oder Süden ausgerichtet sein. Eine Lage an einer Mauer bietet guten Schutz vor Kälteströmungen und Wind. In flachen Lagen ist Windschutz besonders wichtig; er verhindert, dass der Boden zu schnell austrocknet. Auch eine Hecke kann diese Funktion übernehmen.


3. Die Wege

Die Materialwahl für die Wege im Bauerngarten richtet sich heute ganz nach Gestaltungsvorlieben: vom einfachen Weg aus Kies, Schotter oder Rindenmulch bis zu verlegten Platten. Wer eine einfache Lösung und Rohstoffe aus der Region wählt, liegt immer richtig.

Früher wollten die Bäuerinnen verständlicherweise möglichst wenig Arbeit haben, also gingen sie einfach auf festgetretenen Erdwegen oder belegten diese mit Brettern. Wer lockeren Kies oder Schotter als Wegbelag verwendet, braucht eine Abtrennung mit Holzlatten zu den Gartenbeeten hin.


4. Die Begrenzung

Der ursprüngliche Bauerngarten war nicht Teil des bestehenden Gartens, sondern ein eigener Nutzgarten vor dem Haus. Es war also wichtig, ihn mit einem Zaun vor Wild und Weidetieren zu schützen. Dafür verwendete man vielerorts regionaltypisches Material. Die handwerklich unterschiedlichen Zäune prägten jeweils ganze Landschaften.

Heute sind Flechtzaun, Bänderzaun und andere traditionelle Formen nur noch selten anzutreffen. Ein klassischer Lattenzaun aus heimischem unbehandeltem Holz ist für Bauerngärten allerdings eine gute, das Auge erfreuende Lösung.


5. Die Blumenklassiker

Der Garten als Freizeitparadies – ein Gedanke, der in der bäuerlichen Welt von einst für Kopfschütteln gesorgt hätte. Ein Garten diente damals nahezu ausschließlich der Selbstversorgung – und das bei möglichst geringem Arbeitsaufwand.

Deshalb haben sich langlebige und robuste Pflanzen im Bauerngarten etabliert. Sei es, weil sie an guten Plätzen sehr alt werden, wie die Pfingstrose. Oder weil sie durch Samenverbreitung immer wieder auftauchen, wie etwa die Akelei. Die Bauerngarten-Pfingstrose trägt ihre Tradition sogar im Namen.

Aber auch die hohen Blütenstiele der Stockrose und die intensiv duftenden Blüten der Madonnenlilie sind seit jeher typisch für den Bauerngarten. Und natürlich gehört zumindest eine robuste, duftende Rosensorte als Blickfang im Zentrum oder am Eingang des Gartens dazu.


6. Die einjährigen Sommerblumen

Einmal gesät, tauchen sie immer wieder auf: die einjährigen Sommerblumen. Wichtig war einst, dass sie keine Vorkultur im Haus und auch keine anderen besonderen Behandlungen brauchten, sondern direkt ins Beet gesät werden konnten. Schmuckkörbchen, Ringelblume, Mohn oder auch die Jungfer im Grünen gehen immer wieder auf und bringen als bunte Farbtupfer Leichtigkeit in den Garten.

Einige von ihnen helfen auch, Schädlinge wie Blattläuse und Raupen fernzuhalten. Das tun Weinraute, Sommer-Bohnenkraut und Kapuzinerkresse, während Ringelblume und Studentenblume gegen Nematoden wie z. B. Wurzelälchen helfen.


7. Die Kletterpflanzen

Ein blühender Rosenbogen, durch den man den Bauerngarten betritt, ist zwar ein romantisches Portal, hatte aber früher im Bauerngarten keine Bedeutung. Heute ist er ein Zugeständnis an eine Zeit, in der Garteln auch Erholung ist. Wer Klettergerüste beernten will, setzt Bohnen oder Kürbis. In einem traditionellen Bauerngarten sollten die Rankhilfen immer aus Holz sein.


8. Die Heilkräuter

Die Grenze zwischen Küchen- und Heilkräutern verläuft fließend wie bei Salbei, Rosmarin und Majoran. Die meisten Gewürze haben durch wertvolle Inhaltsstoffe auch eine positive Auswirkung auf unsere Gesundheit.

Andere Kräuter wurden aber im Bauerngarten ausschließlich wegen ihrer Heilkräfte kultiviert – dieses Wissen wurde aus den Klostergärten überliefert. Die eigenen Heilkräuter vor der Haustür bedeuteten auf abgelegenen Höfen eine gewisse medizinische Unabhängigkeit und waren manchmal sogar überlebenswichtig.

Im heutigen Bauerngarten können Heilkräuter auch in Gestalt von Teekräutern vertreten sein wie z. B. Schafgarbe, Melissen-Arten, Herzgespann, Eibisch, Kamille und Johanniskraut. Sie werden an einem luftigen, dunklen Ort – beispielsweise auf dem Dachboden – getrocknet, bis sie rascheln, und danach in luftdichten Gläsern lichtgeschützt aufbewahrt.


9. Die Küchenkräuter

Kräuter sind genügsame Geschöpfe, die auf kargem, trockenem Boden intensiven Duft und Geschmack entwickeln. Das stimmt zwar oft, gilt jedoch nicht für alle Kräuterarten.

Klassische Suppenkräuter wie Liebstöckel, Sellerie, Schnittlauch und Petersilie brauchen nährstoffreiche, gut mit Kompost und Hornspänen versorgte Böden. Für die Asketen unter den Küchenkräutern – Thymian, Rosmarin, Oregano und Salbei – mischt man die Erde mit Kies und Sand und macht sie so durchlässiger.

Vorsicht aber vor den zahlreichen Minze-Arten: So herrlich erfrischend ihre ätherischen Öle duften, so rasch erobern sie den ganzen Bauerngarten. Man sollte sie deshalb besser in Töpfen kultivieren.


10. Das Gemüse

Der ideale Boden für Gemüse hat einen hohen Humusanteil, ist locker, krümelig, enthält ausreichend Luft und speichert Wasser ohne Staunässe. Aber der Boden allein macht den Erfolg noch nicht aus: So wie unter Menschen gibt es auch unter Pflanzen verlässliche Partner, die einander unterstützen und das Leben erleichtern.

Mischkultur heißt das Zauberwort, das für gesunde, reiche Ernte sorgt. Die Karottenfliege etwa mag den Geruch von Zwiebeln nicht, man pflanzt daher Karotten zwischen Zwiebeln. Knoblauch schützt Paradeiser, Gurken und Erdbeeren vor Pilzkrankheiten. Paradeiser bewahren den Kohl vor Kohlweißlingen; Kohl wiederum wirkt bei Paradeisern gegen die Blattfleckenkrankheit.

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