Mittelburgenland

Blaudruck-Kochhandschuh

€ 29,00 (inkl. MwSt.)

Ein Kochhandschuh zum Schutz vor heißen Eisen. Dieser Kochhandschuh ist ein ganz besonderes Stück. Der Baumwollstoff wurde in einer Familienwerkstatt mit traditionellen Modeln händisch bedruckt und nach alter Färbermethode blaugefärbt. In Neusiedl am See wird der Stoff dick gefüttert, mit zwei Zwiebelapplikationen verziert und sorgfältig zum Handschuh genäht.

Maße: ca. 28 × 21 cm

 



Blaudruck-Kochhandschuh
Blaudruck-Kochhandschuh
Blaudruck-Kochhandschuh
Blaudruck-Kochhandschuh
Blaudruck-Kochhandschuh

Mit vereinten Kräften

Im Volksmund heißt es „Viele Köche verderben den Brei“. Bei der Entstehung dieses Kochhandschuhs steht jedoch die Teamarbeit im Vordergrund. Der Stoff kommt aus dem Traditionsbetrieb Joseph Koó im burgenländischen Steinberg, wo in dritter Generation mit echtem Indigo gefärbt und händisch mit Modeln bedruckt wird. Genäht wird in Neusiedl am See im Betrieb „Koryphäen“. Genauso wie bei der Familie Koó legt man auch hier großen Wert auf liebevolle Handarbeit. Bereits seit 20 Jahren arbeiten die beiden Betriebe zusammen. Die „Koryphäen“ sind 40 Frauen, die lange Zeit erwerbslos waren und durch die Arbeit in der Schneiderei einen Neustart geschafft haben. Sie sind es, die aus den Stoffen der Blaudruckerei Koó den praktischen Küchenhelfer zaubern.

Keine Zeit zum Blaumachen

Viele Arbeitsschritte müssen getan werden, bis der blaue Kochhandschuh mit Zwiebelapplikationen fertig ist. Denn schon das Bedrucken des Baumwollstoffs braucht seine Zeit. Im Volksmund hat das Blaumachen ja immer etwas mit Faulenzen zu tun. Das kommt davon, dass die Blaudrucker einst zwischen den verschiedenen Arbeitsschritten immer wieder Pausen einlegen mussten – bei anderen Handwerkern war das freilich nicht gern gesehen, und so gerieten die Färber mit den indigoblauen Händen rasch in Verruf. Und so sagen wir noch heute fürs Nichtstun „blaumachen“. Schaut man Joseph Koó im burgenländischen Steinberg über die Schulter, merkt man jedoch schnell, dass hier allen Redensarten zum Trotz fleißig gearbeitet wird. Dabei ist die Bezeichnung Blaudruck so ja eigentlich nicht richtig. Gedruckt werden nämlich die Muster, die später in strahlendem Weiß aus dem tiefblau eingefärbten Untergrund herausleuchten.

Ein Kochhandschuh entsteht

Und genau wie die Blaufärber machen auch die Schneiderinnen bei der Herstellung des Backhandschuhs keinesfalls blau. Die Koós liefern zunächst den mit Streublumen bedruckten Stoff, die Koryphäen schneiden den Blaudruckstoff zu, verzieren ihn mit blauen Zwiebeln und nähen dann die Stoffteile zusammen. Ein in das Innenfutter eingenähtes und abgestepptes Vlies schützt die Hände des künftigen Kochs vor Hitze. Jeder Kochhandschuh wird zum Schluss mit einem praktischen Aufhängeschlauferl versehen. So kann man den dekorativen Küchenhelfer auch als Aufputz in der Küche verwenden. Die Schneiderinnen sind auf jedes genähte Stück stolz – so ist jeder Kochhandschuh auch Nahrung für die Seele.