Mittelburgenland

Burgenländische Wendeschürze

€ 54,00

Typisch burgenländische Blaudruck-Schürze mit unterschiedlich gemusterten Seiten, mit der alten Technik des Doppeldrucks hergestellt, mit aufgenähter Tasche und verstellbarer Nackenschlaufe.

Maße: 85 cm lang
Material: 100% Baumwolle

 



Burgenländische Wendeschürze
Burgenländische Wendeschürze
Burgenländische Wendeschürze
Burgenländische Wendeschürze
Burgenländische Wendeschürze

Blaudruck - Weiß auf Blau

Im Volksmund hat das Blaumachen ja immer etwas mit Faulenzen zu tun. Das kommt davon, dass die Blaudrucker einst zwischen den verschiedenen Arbeitsschritten immer wieder Pausen einlegen mussten – bei anderen Handwerkern war das freilich nicht gerne gesehen, und so gerieten die Färber mit den indigoblauen Händen rasch in Verruf. Schaut man Joseph Koó im burgenländischen Steinberg über die Schulter, merkt man schnell, dass hier allen Vorurteilen zum Trotz fleißig gearbeitet wird. Mit etwa 20 Kilo Indigo bedruckt er jährlich bis zu eineinhalb Kilometer Stoff. Dabei ist die Bezeichnung Blaudruck so ja eigentlich nicht richtig. Gedruckt werden nämlich die Muster, die später in strahlendem Weiß aus dem tiefblauen Untergrund leuchten.

Burgenländische Schürze

Früher trugen die burgenländischen Bauern im alltäglichen Arbeitsleben reines Blau, weil es weniger empfindlich war. Aufwendig gemusterte Kleider waren feierlichen Anlässen vorbehalten. Damit aber auch die feine Schürze einiges aushielt, verwendete man den sogenannten Doppeldruck, bei dem Vorder- und Rückseite des Stoffes unterschiedlich gestaltet sind. War etwa die eine Schürzenseite schmutzig, konnte man durch Wenden das Waschen noch ein bisschen hinauszögern. Joseph Koó wendet auch heute die alte Technik des Doppeldrucks an, die er weltweit als vermutlich einziger Blaudrucker noch beherrscht. Und aus den bedruckten Stoffen entstehen wunderschöne Wendeschürzen.

Gut gehütetes Geheimnis

Wie das mit dem Doppeldruck im Detail funktioniert, will man freilich genauso wenig preisgeben wie die Rezeptur der Färbemittel. Nur so viel sei verraten: vor dem speziellen Druckverfahren werden die Naturfasern von Josephs Frau Miriam noch mit Kartoffelstärke bearbeitet. Dann wird der Stoff wie alle anderen auch mit Modeln händisch bedruckt und - auf Sternrahmen gespannt - ins Indigobad getaucht. Wenn’s sein muss, bis zu zehnmal. Hauptsache, die Farbe stimmt am Ende.

Die Blaumacher

Joseph Koó und seine Partnerin Miriam führen den Familienbetrieb im beschaulichen Steinberg-Dörfl in dritter Generation. Als Josephs Großvater den Betrieb 1921 gründete, war das ehemals ungarische Dorf gerade erst ein Teil von Österreich geworden. Im Familiennamen sind die Wurzeln freilich bis heute zu finden.