Der Hinterglas-Maler aus Sandl


Johann Pum und seine Frau Waltraud fertigen in ihrer Malstube im Mühlviertler Ort Sandl wunderbare Hinterglasbilder.

Der Hinterglas-Maler aus Sandl Johann Pum vor seinen Werken.

Der Hinterglas-Maler aus Sandl Der Mühlviertler liebt die genaue Malarbeit.

Eine uralte Tradition, jene der Hinterglasmalerei, wird in der kleinen Ortschaft Sandl in Oberösterreich gepflegt. Mit ruhiger Hand tauchen die beiden Pensionisten Johann und Waltraud Pum den Marderhaarpinsel in Öl- und Temperafarbe, um ihre Heiligenmotive nach alten Vorlagen zu vervollkommnen. Wie zum Beispiel das vom Heiligen Hubertus, der Schutzpatron der Jagd.

Bei der Hinterglasmalerei muss Jeder Strich sitzen

Johann und Hildegard legen sorgsam das dünne Glas auf den Riss. So heißt die Vorlage, die früher nur Heilige darstellte. Heute kann man auch moderne Themen bestellen. Mit Lack werden die Linien nachgezogen, bevor die Farbe die Flächen ausfüllt. Ganz zum Schluss werden die Kunstwerke noch mit einer Hintergrundschicht versiegelt. 

Johann Pum bei der Hinterglasmalerei Bei der Hinterglasmalerei muss alles spiegelverkehrt gezeichnet werden.

Einst gab es in der Region Sandl übrigens an die 20 Werkstätten. Daher liegt die Tradition der Hinterglasmalerei dem Ehepaar Johann und Hildegund Pum am Herzen. Und jetzt in der Pension haben die beiden endlich genug Zeit dafür. Noch dazu leben sie auf historischem Boden. Ihr Haus war einst Heim und Werkstätte des Hinterglasmalers Vinzenz Köck. Im 19. Jahrhundert wurden hier bis zu 200 Bilder täglich gemalt.

 

Malerei mit Geschichte. Aus Nordböhmen eingewanderte Hinterglasmaler brachten das Handwerk nach Sandl, wo es zu einem wichtigen Wirtschaftszweig im nördlichen Mühlviertel wurde. Im 19. Jahrhundert stellten an die 20 Malereien in Sandl jene Bilder her, die von Hausierern in der gesamten Donaumonarchie und bis nach Russland verkauft wurden. In der Blütezeit des Handwerks gab es wohl keinen Herrgottswinkel ohne Sandlbild. Selbst in der russigsten Stube leuchtete die bunte Malerei hinter Glas, da man sie immer wieder feucht abwischen konnte.

Weitere interessante Handwerker-Porträts finden Sie jeden Monat neu im Servus Magazin. Erhältlich im Zeitschriftenhandel oder direkt in unserem Abo-Shop.

Servus-Tipp: Johann Pums Hinterglasmalerei finden Sie direkt in unserem Online-Shop Servus am Marktplatz.

Das könnte Sie auch interessieren