Gero von Boehm fragt Meinhard von Gerkan


Wie kaum ein Zweiter verkörpert er die bundesdeutsche Wirtschaftsgeschichte – der Hamburger Stararchitekt Meinhard von Gerkan hat fast alles erreicht, was man in seinem Metier erreichen kann. Nur beim Berliner Flughafen, den Gerkan entwarf, hakt es - wie geht es hier weiter? Nun hat der Architekt mit Gero von Boehm für „Close Up“ ein intensives Gespräch geführt und so manche Hintergründe geklärt.


Schwierig war von Gerkans Start ins Leben – doch als Kriegswaise aus dem Baltikum kam er in Hamburg in eine Pflegefamilie und konnte sich entfalten. Die Kirchen seiner Kindheit ließen das Interesse an Architektur in ihm keimen. Er studierte und gründete bald das Architekturbüro, das dieses Jahr mit 300 Mitarbeitern seinen fünfzigsten Geburtstag feiert.
„Erstrebe vom Einfachsten das Beste“, so ein Kernsatz der Firma. Von Gerkan hat es auch in China zum erfolgreichsten deutschen Architekten gebracht. Dort ist er auch deswegen so beliebt, weil er die richtigen Metaphern für das dortige Denken findet, er kann sich einfühlen. Er war es, der das chinesische Nationalmuseum am Platz des Himmlischen Friedens in Peking baute.
Seine Karriere ist das deutsche Wirtschaftswunder par excellence – nach einem schwierigen Start Erfolg über Erfolg, Wettbewerbsgewinne, Preise. Die Firma wuchs und wuchs, erhielt Dépendancen.
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