Jung, männlich, zugewandert - wer stoppt die Gewalt?


Das Entsetzen nach der blutigen Messerattacke am Wiener Praterstern ist noch immer groß. Ist es ein bedauerlicher Einzelfall oder haben wir ein Problem mit jungen, männlichen Migranten? In bestimmten Wiener Bezirken hat die Zahl der Übergriffe rasant zugenommen, unter vielen Anrainern herrscht Verunsicherung und Angst: Woher kommt diese Gewalt? Lassen wir die Flüchtlinge mit ihren Sorgen und ihrer Perspektivlosigkeit zu sehr allein? Wie verhindern wir, dass sich die Kultur der Gewalt ausbreitet?

 

Messerattacken, Vergewaltigungen, Drogenhandel. In einigen Wiener Bezirken steigt die Kriminalität stark an. An Hotspots wie dem Praterstern ist die Polizei fast täglich im Einsatz, zuletzt sorgte die blutige Messer-Attacke auf eine Arztfamilie für Aufsehen. Viele Österreicher fragen sich inzwischen: Sind das wirklich noch Einzelfälle? Wie sicher sind Bahnhöfe, Parkanlagen und öffentliche Plätze?

Nicht ohne Grund hat das Innenministerium zuletzt 24.000 stichfeste Schutzwesten bestellt, die Sorge um die Gesundheit der Polizisten ist vielerorts begründet: Früher dominierten vergleichsweise harmlose Wirtshausraufereien, heute werden die Beamten laut Statistik des Bundeskriminalamts immer häufiger zu blutigen Messerstreitereien gerufen: Vor zehn Jahren gab es laut Bundeskriminalamt 189 Vorfälle mit Messern, heute hat sich die Zahl auf 743 vervierfacht. Oft sind Afghanen und Tschetschenen beteiligt und tatverdächtig.

Woher kommt diese Gewalt? Ist sie kulturbedingt, wie Regierungspolitiker der FPÖ vermuten? Sind diese Gewaltexzesse das Ergebnis einer verfehlten Integrationspolitik? Welche Maßnahmen braucht es jetzt? Wie kann wieder für mehr Sicherheit gesorgt werden? Sind schnellere Abschiebungen die Lösung – und wenn ja, wäre das überhaupt so einfach möglich?

Gäste:
Astrid Wagner, Rechtsanwältin
Sina Farahmandnia, Flüchtlingsaktivist
Kenan Güngör, Soziologe und Integrationsforscher
Andreas Pilsl, Landespolizeidirektor Oberösterreich
Thomas Eppinger, Unternehmensberater
Matthias Matussek, Publizist

Moderation: Michael Fleischhacker
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