Leben mit dem Tod


Das österreichische Bestattungswesen befindet sich im Umbruch: Die traditionelle Beerdigung ist immer weniger gefragt. Welche neuen Beisetzungsformen gibt es? Und wie unterscheidet sich eine Beerdigung auf dem Land von einer Beisetzung in der Großstadt?
Die „Im Kontext“-Reportage beleuchtet den Alltag von traditionellen und Naturbestattern, begleitet eine Sargdesignerin bei der Arbeit und nimmt die Zuseher mit hinter die Kulissen des modernsten Krematoriums Österreichs.

 

Seit der Liberalisierung des österreichischen Bestattungsgesetzes 2002 ist viel Bewegung in das Geschäft mit dem Tod gekommen. Zahlreiche Privatbestatter drängen auf den Markt, alternative Beisetzungsformen werden immer beliebter. Die „Im Kontext“-Reportage „Leben mit dem Tod – Bestattung im Wandel“ geht der Frage nach, wie sich der gesellschaftliche Umbruch und der Trend zur Individualisierung in der heimischen Beerdigungskultur widerspiegelt.
Die Sendung begleitet unter anderem Heini Altbart, einen Privatbestatter aus Wien-Penzing. Die Geschäfte des 46-Jährigen gehen gut. Dennoch beklagt er sich über die Vormachtstellung der Bestattung Wien, die den Markt in der Bundeshauptstadt nach wie vor dominiere. Altbart will deshalb mit „persönlicher Note“ punkten, eine Beisetzung müsse „ganz großes Kino“ sein. Darum setzt sein Unternehmen z.B. auf weiße Cadillacs, Särge mit plüschroter Einbettung oder Trauermusik von Elvis Presley.
Etwas stiller und spartanischer geht es Jörg Bauer an – er hat sich auf alternative Bestattungsformen spezialisiert. In einem kleinen Wald führt er z.B. Verabschiedungsrituale unter freiem Himmel durch. „Die Leute wollen raus aus dem Friedhof“, ist Bauer überzeugt. Er wünscht sich, dass man „den Abschied eines geliebten Menschen so gestalten kann wie man will, abseits von Konventionen“.
Peter Schauer leitet eine private Feuerbestattung in Oberösterreich. Die Anzahl der Einäscherungen hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Bald werden Urnenbeisetzungen häufiger sein als Erdbestattungen. „Die Feuerbestattung ist günstiger und zudem ökologischer“, meint der 32-Jährige. „Die Friedhöfe werden immer leerer werden!“
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