Lehrlinge raus: Schieben wir die Falschen ab?


Die Regierung will die Lehre für Asylwerber wieder abschaffen. Damit soll verhindert werden, dass über eine Ausbildung das Asylgesetz ausgehebelt wird. Die Kritik vieler Betriebe ist groß. Denn gerade in Mangelberufen können Lehrstellen oft nur noch mit Asylwerbern besetzt werden. Warum gerade die abschieben, die gebraucht werden? Schadet das nicht unserer Wirtschaft? Oder kann man nur so die Anreize minimieren, zu uns zu kommen?

 

„Wenn einer kein Bleiberecht hat, sollte er keine Lehre beginnen dürfen.“ Mit diesen Worten markierte FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache das Ende des Sommerlochs. Denn seitdem die Regierung das Aus für die Lehre für Asylwerber verkündete, rauscht es im Blätterwald, und die Kritik will nicht verstummen. Seit 2012 konnten Asylwerber eine Lehre in Mangelberufen beginnen. Dem setzt die Regierung nun ein Ende.

Entsprechend groß ist die Kritik aus den Reihen der Wirtschaft, besonders in der Gastronomie. Jene 1.023 Asylwerber, die derzeit eine Lehre als Koch, Restaurantfachkraft oder in anderen Mangelberufen absolvieren, würden dringend gebraucht. Der Lehrstellenmangel sei immens, der Schaden durch ein Ende der aktuellen Regelung groß.

Auch die Opposition und NGOs üben heftige Kritik an den Plänen der Regierung. Die Integrationsbemühungen würden Schaden nehmen: Die Chancen junger Flüchtlinge würden auf diese Weise torpediert, Anreize zur Integration vernichtet.

Wie kann der Wirtschaft mit Lehrlingen und Fachkräften geholfen werden, ohne dass das bestehende Asylrecht ausgehebelt wird? Wie müsste ein vernünftiges Einwanderungsgesetz aussehen? Und welche Folgen haben die Pläne der Regierung für die Integration?

Gäste:
Dagmar Belakowitsch, FPÖ-Sozialsprecherin
Ferry Maier, ehem. ÖVP-Politiker, Unternehmer
Johannes Kopf, AMS-Vorstand
Sonja Grusch, Sprecherin Sozialistische LinksPartei
Birgit Kelle, Publizistin
Sylvia Hochstöger, leitet Dachdeckerbetrieb

Moderation: Michael Fleischhacker
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