Tierisch teure Partner


Zwei Millionen Katzen und 750.000 Hunde leben in Österreich: Mit der Liebe zu den Vierbeinern lassen sich gute Geschäfte machen. Die Haustiere sind für viele Menschen wichtige Begleiter. Doch das Zusammenleben von Mensch und Tier stellt die Gesellschaft auch vor Herausforderungen. „Im Kontext“ erkundet die emotionale und wirtschaftliche Rolle, die unsere Haustiere in unserer Gesellschaft spielen, und zeigt, dass die tierischen Partner für die Allgemeinheit auch eine Belastung darstellen.

 

Der richtige Umgang mit den beliebtesten Haustieren der Österreicher, Hunden und Katzen, ist eine Herausforderung für jeden Tierhalter. Ihr Fleischverbrauch und die damit verbundene industrielle Massenfleischproduktion ist bedenklich hoch. Die Umsatzsteigerungen von Tierfutterproduzenten und die zunehmende Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Futter und teurem Zubehör zeigen den hohen Stellenwert der Haustiere für den Menschen. Terra Canis in München produziert Tierfutter mit 100 Prozent Lebensmittelqualität, wie die Gründerin mit einer persönlichen Verkostung demonstriert.

In der Stadt kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Hundebesitzern und Eltern. „Im Kontext“ spricht mit Peter Mayr, dessen zweijährige Tochter in Wien von einem großen Hund angegriffen wurde. Bis zu 6.000 Menschen werden in Österreich jährlich durch Hundebisse verletzt. Ein weiterer Streitpunkt sind die Kosten für die Allgemeinheit, die durch die Haltung von Hunden und Katzen verursacht werden: Eine Belastung für den Steuerzahler stellt zum Beispiel die Beseitigung der tierischen „Abfälle“ dar. So landen allein in Wien täglich 100.000 gefüllte Hundekotsackerl in öffentlichen Mistkübeln. Und auch die „Entsorgung“ der sterblichen Überreste der Tiere wird vom Steuerzahler finanziert: Jede Woche werden in Wien knapp 200 Haustiere entsorgt – die jährlichen Kosten des „Gratisservice“ der Stadt: rund 1,2 Millionen Euro.

Die Zahl der freilaufenden Katzen wird in Österreich auf 1,3 Millionen geschätzt, ihre Population wächst stetig. Am Stadtrand bedrohen sie Singvögel und andere Kleintiere: Naturschützer schlagen Alarm.

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