Mittelburgenland

Traditionelle Blaudruck-Tischsets

€ 32,00

Zwei Blaudruck-Tischsets, in hundert Jahre alter Familien-Werkstatt im burgenländischen Steinberg-Dörfl mit traditionellen Modeln und Doppeldruck-Technik händisch bedruckt und nach alten Färbermethoden blaugefärbt.

Maße: ca. 47 x 31,5 cm
Inhalt: 2 Stück

 



Blaudruck-Tischset
Blaudruck-Tischset
Blaudruck-Tischset
Blaudruck-Tischset
Blaudruck-Tischset

Sprachliche Spuren

Im Volksmund hat das Blaumachen ja immer etwas mit Faulenzen zu tun. Das kommt davon, dass die Blaudrucker einst zwischen den verschiedenen Arbeitsschritten immer wieder Pausen einlegen mussten – bei anderen Handwerkern war das freilich nicht gern gesehen, und so gerieten die Färber mit den indigoblauen Händen rasch in Verruf. Schaut man Joseph Koó im burgenländischen Steinberg über die Schulter, merkt man schnell, dass hier allen Vorurteilen zum Trotz fleißig gearbeitet wird. Mit etwa 20 Kilo Indigo bedruckt er jährlich bis zu eineinhalb Kilometer Stoff. Dabei ist die Bezeichnung Blaudruck so ja eigentlich nicht richtig. Gedruckt werden nämlich die Muster, die später in strahlendem Weiß aus dem tiefblau eingefärbten Untergrund leuchten.

Der letzte seiner Art

Früher waren die aufwendig gemusterten Kleider feierlichen Anlässen vorbehalten. Im alltäglichen Arbeitsleben trugen die burgenländischen Bauern reines Blau weil es weniger empfindlich war. Damit aber auch die feine Wäsche einiges aushielt, verwendete man den sogenannten Doppeldruck, bei dem Vorder- und Rückseite des Stoffes unterschiedlich gestaltet sind. War die eine Schürzenseite schmutzig, konnte man durch Wenden das Waschen noch ein bisschen hinauszögern. Heute setzt Joseph Koó diese Technik, die er weltweit als vermutlich einziger Blaudrucker noch beherrscht, vor allem bei den fleckenanfälligen Tischsets ein.

Gut gehütetes Geheimnis

Wie das mit dem Doppeldruck im Detail funktioniert will man freilich genauso wenig preisgegeben wie die Rezeptur der Färbemittel. All das behält die Familie Koó wohlweislich für sich. Nur so viel sei verraten: vor dem speziellen Druckverfahren werden die Naturfasern von Josephs Frau Miriam noch mit Kartoffelstärke bearbeitet. Dann wird der Stoff wie alle anderen auch mit Modeln händisch bedruckt und, auf Sternrahmen gespannt, ins Indigobad getaucht. Wenn’s sein muss, bis zu zehnmal. Hauptsache, die Farbe stimmt am Ende.

Die Blaumacher

Joseph Koó und seine Partnerin Miriam führen den Familienbetrieb im beschaulichen Steinberg-Dörfl in dritter Generation. Als Josephs Großvater den Betrieb 1921 gründete, war das ehemals ungarische Dorf gerade erst ein Teil von Österreich geworden. Im Familiennamen sind die Wurzeln freilich bis heute zu finden.