Wer sich im Garten nach dem Mondrhythmus orientiert, wird mit gesunden Pflanzen und reicher Ernte belohnt.

Illustration: Roland Vorlaufer
Illustration: Roland Vorlaufer

Johanna Paungger-Poppe & Thomas Poppe stellen jeden Monat den Mondkalender fĂŒr Servus in Stadt & Land zusammen. Die beiden Mond-Experten teilen auf servus.com ihr Wissen ĂŒber die Mondphasen und wie sie unser Leben und die Natur beeinflussen.

Fast jeder, der im Garten „zu Hause“ ist, hat schon solche Dinge erlebt: Zu verschiedenen Zeiten wird unter völlig gleichen Bedingungen gesĂ€t, gepflanzt, gewĂ€ssert, umgesetzt, gedĂŒngt, geerntet und gelagert – oft aber mit ganz unterschiedlichen Resultaten. Einmal befallen SchĂ€dlinge die eigenen Pflanzen, wĂ€hrend der Nachbar unbehelligt bleibt. Dann wieder fĂ€hrt man eine gute Ernte ein, wĂ€hrend der Nachbar bei gleichem Saatgut, gleichen Wetterbedingungen und gleichem Boden mit seinem Ergebnis nicht zufrieden ist.

Oft kann Saatgut- oder BodenqualitĂ€t dafĂŒr verantwortlich sein. Doch viel öfters bestimmt der jeweilige Stand des Mondes ĂŒber Erfolg und Misserfolg aller MĂŒhen.

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31. Jul

1. Setzen, SĂ€en und Pflanzen nach dem Mond

Foto: Mauritius Images
Foto: Mauritius Images

Meist beginnt die Hauptarbeit in Garten und Feld im FrĂŒhling mit dem Umgraben und anschließend mit dem Setzen, SĂ€en und Pflanzen. Der Zeitpunkt dieser Arbeiten wirkt sich stark auf Wachstum und Reifeprozess der Pflanzen und ihre Widerstandskraft gegen Unkraut und SchĂ€dlinge aus. Die Regel lautet hier:

  • Oberirdisch gedeihende Pflanzen und GemĂŒse sollte man bei zunehmendem Mond setzen oder sĂ€en.
  • Unterirdische FeldfrĂŒchte gedeihen gut, wenn man auf den abnehmenden Mond als SĂ€- oder Pflanztag achtet.

Bei der Wahl des richtigen Tierkreiszeichens fĂŒr die Arbeit kommt es darauf an, welcher Pflanzenteil die besten Entwicklungschancen erhalten soll. Jeder Mondstand im Tierkreis wirkt mit seinen Impulsen auf bestimmte Pflanzenteile – entweder auf Wurzeln, BlĂ€tter, FrĂŒchte oder BlĂŒten. So sehen die ZusammenhĂ€nge aus:

  • Der Mond in Widder, Löwe SchĂŒtze = Fruchttage
  • Der Mond in Stier, Jungfrau Steinbock = Wurzeltage
  • Der Mond in Zwillinge, Waage und Wassermann = BlĂŒtentage
  • Der Mond in Krebs, Skorpion und Fische = Blatttage

An Tomaten zum Beispiel schĂ€tzt man die FrĂŒchte, nicht die BlĂ€tter, Wurzeln oder BlĂŒten. Auf ĂŒppiges Blattwerk können Sie in diesem Fall gerne verzichten, also wĂ€hlen Sie fĂŒr das Setzen und SĂ€en einen Fruchttag: Widder, Löwe, SchĂŒtze.

BlattgemĂŒse wird am besten gesetzt und gesĂ€t, wenn ein Blatttag im Kalender steht: Krebs, Skorpion, Fische. Die Ausnahme ist hier: BlattgemĂŒse gedeiht zwar oberirdisch, doch wenn der Salat „kopfen“ und nicht „schießen“ soll, muss er bei abnehmendem Mond gesĂ€t oder gepflanzt werden.

Bei WurzelgemĂŒse wiederum (etwa Sellerie, Karotten, Zwiebeln, Rettich, usw.) legt man auf schöne BlĂŒten oder saftiges Blattwerk kaum Wert. Sie wĂ€hlen also einen Wurzeltag: Jungfrau, Stier, Steinbock. Die Ausnahme bilden die Kartoffeln: Der abnehmende Mond ist zwar der richtige Zeitpunkt zum Setzen, aber nicht zu nahe an Neumond, sondern besser kurz nach Vollmond, wobei Fische als Setztag ideal ist.

Bei Blumen kann man auf krĂ€ftige Wurzel-, Frucht- oder Blattbildung meist verzichten, also ist ein BlĂŒtentag gut: Zwillinge, Waage, Wassermann.

Wenn Sie diese einfachen Prinzipien grundsÀtzlich erfasst haben, ist es nicht mehr schwer, sich einen Jahresplan zu machen. Mit Hilfe des Mondkalenders lassen sich die richtigen Mondphasen und Tierkreiszeichen problemlos auswÀhlen.

2. Gießen und BewĂ€ssern mithilfe des Mondes

Gießen mit Leitungswasser oder Regenwasser (Bild: Mauritius Images)

Viele Gartenpflanzen werden heute in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden bewĂ€ssert, ohne RĂŒcksicht auf natĂŒrliche Gegebenheiten. Das macht sie faul und trĂ€ge, sie wurzeln flach, DĂŒnger wird fortgeschwemmt, die QualitĂ€t der ErntefrĂŒchte ist leblos – obendrein eine große Wasserverschwendung.

Im natĂŒrlichen Rhythmus von Regen und Trockenheit dagegen wĂŒrden Erde und Pflanzen „aufwachen“. Die Pflanze weiß dann, dass jeder Tropfen zĂ€hlt, holt sich, was sie braucht. Ihre innere Kraft ist eine andere, und die ihrer FrĂŒchte ebenso. Schauen Sie sich um: In freier Natur wĂ€chst, grĂŒnt und blĂŒht alles, selbst nach vier Wochen Trockenheit. Die Pflanzen wurzeln dort tief und nĂŒtzen den Tau viel intensiver. Sie sind besser vor SchĂ€dlingen und Krankheiten geschĂŒtzt als verhĂ€tschelte Gartenpflanzen.

Zimmer- und Balkonpflanzen dagegen brauchen unsere FĂŒrsorge und mĂŒssen gegossen werden. Allerdings viel seltener als ĂŒblich, am besten im Rhythmus des Mondes, nĂ€mlich nur an Blatttagen (Krebs, Skorpion, Fische). Nur an diesen Tagen zu gießen genĂŒgt völlig (mit Ausnahme mancher exotischer Pflanzen). Pflanzen mit hohem Wasserbedarf gießen Sie einfach mehrmals tĂ€glich an allen zwei oder drei Blatttagen.

Verzichten Sie jedenfalls an BlĂŒtentagen (Zwillinge, Waage, Wassermann) auf das Gießen, weil die Pflanzen dann oftmals LĂ€use bekommen.

3. DĂŒngen im Mondrhythmus

Kuebelpflanze duengen (Foto: Mauritius Images)
Foto: Mauritius Images

Jede ÜberdĂŒngung verhindert eine normale Wurzelbildung und erzeugt Pflanzen, denen jede innere Lebenskraft fehlt. Mit großem Aufwand mĂŒssen diese SchwĂ€chlinge gegen die Angriffe von SchĂ€dlingen aller Art geschĂŒtzt werden.

Die DĂŒngermengen sollten sich stets nach dem tatsĂ€chlichen Bedarf der Pflanze richten, und der ist in der Regel weit geringer als auf der Packung steht – erst recht, wenn man auf den richtigen Zeitpunkt des DĂŒngens achtet.

In der Zeit des abnehmenden Mondes, beginnend mit dem Vollmond, kann die Erde nĂ€mlich viel mehr FlĂŒssigkeit aufnehmen als bei zunehmendem Mond. DĂŒngen sollte man also, wenn möglich, bei Vollmond oder bei abnehmendem Mond. Bei zunehmendem Mond zu dĂŒngen ist schĂ€dlich, es belastet nur das Grundwasser, nach der sauberen Luft unser wertvollstes Gut.

4. JĂ€ten mit dem Mondkalender

Foto: Mauritius Images
Foto: Mauritius Images

AllmĂ€hlich setzt sich die Einsicht durch, dass es keine „UnkrĂ€uter“ gibt. Im Gegenteil: Vielleicht ist es sogar eine wertvolle Heilpflanze, die nicht ohne Grund gerade in Ihrer NĂ€he wĂ€chst. Überlegen Sie deshalb gut, was Sie vorhaben, wenn Sie sich an die „Beikraut-Regulierung“ machen, wie man es heute nennt. Vielleicht wird sie sogar zur doppelt lohnenden BeschĂ€ftigung, wenn Sie etwa Löwenzahn und Brennnesseln sammeln und trocknen, um sich deren große HeilkrĂ€fte zunutze zu machen.

Dennoch: NatĂŒrlich ist nicht jedes Unkraut ein Heilkraut und oftmals gibt es gute GrĂŒnde fĂŒr den Wunsch, ein bestimmtes Kraut möge nach dem JĂ€ten oder Ausreißen niemals wiederkehren. Jeder hat schon die Erfahrung gemacht, dass Unkraut nach dem JĂ€ten oder Ausreißen manchmal doppelt schnell nachkommt, manchmal bleibt man lange Zeit davon verschont.

Hier die ErklĂ€rung dafĂŒr, die Sie sich ab jetzt zunutze machen können: FĂŒr das JĂ€ten und Ausreißen von Unkraut ist der abnehmende Mond die geeignete Zeit, am gĂŒnstigsten im Zeichen Steinbock. Sie sollten jedoch darauf achten, die Nutzpflanzen nicht zu verletzen, weil sie sonst ebenfalls eingehen können.

Text: Johanna Paungger-Poppe und Thomas Poppehier geht es zum Facebook-Kanal unserer Experten.

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