Wer sich im Garten nach dem Mondrhythmus orientiert, wird mit gesunden Pflanzen und reicher Ernte belohnt.

Illustration: Roland Vorlaufer
Illustration: Roland Vorlaufer

Johanna Paungger-Poppe & Thomas Poppe stellen jeden Monat den Mondkalender f├╝r Servus in Stadt & Land zusammen. Die beiden Mond-Experten teilen auf servus.com ihr Wissen ├╝ber die Mondphasen und wie sie unser Leben und die Natur beeinflussen.

Fast jeder, der im Garten ÔÇ×zu HauseÔÇť ist, hat schon solche Dinge erlebt: Zu verschiedenen Zeiten wird unter v├Âllig gleichen Bedingungen ges├Ąt, gepflanzt, gew├Ąssert, umgesetzt, ged├╝ngt, geerntet und gelagert ÔÇô oft aber mit ganz unterschiedlichen Resultaten. Einmal befallen Sch├Ądlinge die eigenen Pflanzen, w├Ąhrend der Nachbar unbehelligt bleibt. Dann wieder f├Ąhrt man eine gute Ernte ein, w├Ąhrend der Nachbar bei gleichem Saatgut, gleichen Wetterbedingungen und gleichem Boden mit seinem Ergebnis nicht zufrieden ist.

Oft kann Saatgut- oder Bodenqualit├Ąt daf├╝r verantwortlich sein. Doch viel ├Âfters bestimmt der jeweilige Stand des Mondes ├╝ber Erfolg und Misserfolg aller M├╝hen.

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30. Sep

1. Setzen, S├Ąen und Pflanzen nach dem Mond

Foto: Mauritius Images
Foto: Mauritius Images

Meist beginnt die Hauptarbeit in Garten und Feld im Fr├╝hling mit dem Umgraben und anschlie├čend mit dem Setzen, S├Ąen und Pflanzen. Der Zeitpunkt dieser Arbeiten wirkt sich stark auf Wachstum und Reifeprozess der Pflanzen und ihre Widerstandskraft gegen Unkraut und Sch├Ądlinge aus. Die Regel lautet hier:

  • Oberirdisch gedeihende Pflanzen und Gem├╝se sollte man bei zunehmendem Mond setzen oder s├Ąen.
  • Unterirdische Feldfr├╝chte gedeihen gut, wenn man auf den abnehmenden Mond als S├Ą- oder Pflanztag achtet.

Bei der Wahl des richtigen Tierkreiszeichens f├╝r die Arbeit kommt es darauf an, welcher Pflanzenteil die besten Entwicklungschancen erhalten soll. Jeder Mondstand im Tierkreis wirkt mit seinen Impulsen auf bestimmte Pflanzenteile ÔÇô entweder auf Wurzeln, Bl├Ątter, Fr├╝chte oder Bl├╝ten. So sehen die Zusammenh├Ąnge aus:

  • Der Mond in Widder, L├Âwe Sch├╝tze = Fruchttage
  • Der Mond in Stier, Jungfrau Steinbock = Wurzeltage
  • Der Mond in Zwillinge, Waage und Wassermann = Bl├╝tentage
  • Der Mond in Krebs, Skorpion und Fische = Blatttage

An Tomaten zum Beispiel sch├Ątzt man die Fr├╝chte, nicht die Bl├Ątter, Wurzeln oder Bl├╝ten. Auf ├╝ppiges Blattwerk k├Ânnen Sie in diesem Fall gerne verzichten, also w├Ąhlen Sie f├╝r das Setzen und S├Ąen einen Fruchttag: Widder, L├Âwe, Sch├╝tze.

Blattgem├╝se wird am besten gesetzt und ges├Ąt, wenn ein Blatttag im Kalender steht: Krebs, Skorpion, Fische. Die Ausnahme ist hier: Blattgem├╝se gedeiht zwar oberirdisch, doch wenn der Salat ÔÇ×kopfenÔÇť und nicht ÔÇ×schie├čenÔÇť soll, muss er bei abnehmendem Mond ges├Ąt oder gepflanzt werden.

Bei Wurzelgem├╝se wiederum (etwa Sellerie, Karotten, Zwiebeln, Rettich, usw.) legt man auf sch├Âne Bl├╝ten oder saftiges Blattwerk kaum Wert. Sie w├Ąhlen also einen Wurzeltag: Jungfrau, Stier, Steinbock. Die Ausnahme bilden die Kartoffeln: Der abnehmende Mond ist zwar der richtige Zeitpunkt zum Setzen, aber nicht zu nahe an Neumond, sondern besser kurz nach Vollmond, wobei Fische als Setztag ideal ist.

Bei Blumen kann man auf kr├Ąftige Wurzel-, Frucht- oder Blattbildung meist verzichten, also ist ein Bl├╝tentag gut: Zwillinge, Waage, Wassermann.

Wenn Sie diese einfachen Prinzipien grunds├Ątzlich erfasst haben, ist es nicht mehr schwer, sich einen Jahresplan zu machen. Mit Hilfe des Mondkalenders lassen sich die richtigen Mondphasen und Tierkreiszeichen problemlos ausw├Ąhlen.

2. Gie├čen und Bew├Ąssern mithilfe des Mondes

Gie├čen mit Leitungswasser oder Regenwasser (Bild: Mauritius Images)

Viele Gartenpflanzen werden heute in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden bew├Ąssert, ohne R├╝cksicht auf nat├╝rliche Gegebenheiten. Das macht sie faul und tr├Ąge, sie wurzeln flach, D├╝nger wird fortgeschwemmt, die Qualit├Ąt der Erntefr├╝chte ist leblos ÔÇô obendrein eine gro├če Wasserverschwendung.

Im nat├╝rlichen Rhythmus von Regen und Trockenheit dagegen w├╝rden Erde und Pflanzen ÔÇ×aufwachenÔÇť. Die Pflanze wei├č dann, dass jeder Tropfen z├Ąhlt, holt sich, was sie braucht. Ihre innere Kraft ist eine andere, und die ihrer Fr├╝chte ebenso. Schauen Sie sich um: In freier Natur w├Ąchst, gr├╝nt und bl├╝ht alles, selbst nach vier Wochen Trockenheit. Die Pflanzen wurzeln dort tief und n├╝tzen den Tau viel intensiver. Sie sind besser vor Sch├Ądlingen und Krankheiten gesch├╝tzt als verh├Ątschelte Gartenpflanzen.

Zimmer- und Balkonpflanzen dagegen brauchen unsere F├╝rsorge und m├╝ssen gegossen werden. Allerdings viel seltener als ├╝blich, am besten im Rhythmus des Mondes, n├Ąmlich nur an Blatttagen (Krebs, Skorpion, Fische). Nur an diesen Tagen zu gie├čen gen├╝gt v├Âllig (mit Ausnahme mancher exotischer Pflanzen). Pflanzen mit hohem Wasserbedarf gie├čen Sie einfach mehrmals t├Ąglich an allen zwei oder drei Blatttagen.

Verzichten Sie jedenfalls an Bl├╝tentagen (Zwillinge, Waage, Wassermann) auf das Gie├čen, weil die Pflanzen dann oftmals L├Ąuse bekommen.

3. D├╝ngen im Mondrhythmus

Kuebelpflanze duengen (Foto: Mauritius Images)
Foto: Mauritius Images

Jede ├ťberd├╝ngung verhindert eine normale Wurzelbildung und erzeugt Pflanzen, denen jede innere Lebenskraft fehlt. Mit gro├čem Aufwand m├╝ssen diese Schw├Ąchlinge gegen die Angriffe von Sch├Ądlingen aller Art gesch├╝tzt werden.

Die D├╝ngermengen sollten sich stets nach dem tats├Ąchlichen Bedarf der Pflanze richten, und der ist in der Regel weit geringer als auf der Packung steht ÔÇô erst recht, wenn man auf den richtigen Zeitpunkt des D├╝ngens achtet.

In der Zeit des abnehmenden Mondes, beginnend mit dem Vollmond, kann die Erde n├Ąmlich viel mehr Fl├╝ssigkeit aufnehmen als bei zunehmendem Mond. D├╝ngen sollte man also, wenn m├Âglich, bei Vollmond oder bei abnehmendem Mond. Bei zunehmendem Mond zu d├╝ngen ist sch├Ądlich, es belastet nur das Grundwasser, nach der sauberen Luft unser wertvollstes Gut.

4. J├Ąten mit dem Mondkalender

Foto: Mauritius Images
Foto: Mauritius Images

Allm├Ąhlich setzt sich die Einsicht durch, dass es keine ÔÇ×Unkr├ĄuterÔÇť gibt. Im Gegenteil: Vielleicht ist es sogar eine wertvolle Heilpflanze, die nicht ohne Grund gerade in Ihrer N├Ąhe w├Ąchst. ├ťberlegen Sie deshalb gut, was Sie vorhaben, wenn Sie sich an die ÔÇ×Beikraut-RegulierungÔÇť machen, wie man es heute nennt. Vielleicht wird sie sogar zur doppelt lohnenden Besch├Ąftigung, wenn Sie etwa L├Âwenzahn und Brennnesseln sammeln und trocknen, um sich deren gro├če Heilkr├Ąfte zunutze zu machen.

Dennoch: Nat├╝rlich ist nicht jedes Unkraut ein Heilkraut und oftmals gibt es gute Gr├╝nde f├╝r den Wunsch, ein bestimmtes Kraut m├Âge nach dem J├Ąten oder Ausrei├čen niemals wiederkehren. Jeder hat schon die Erfahrung gemacht, dass Unkraut nach dem J├Ąten oder Ausrei├čen manchmal doppelt schnell nachkommt, manchmal bleibt man lange Zeit davon verschont.

Hier die Erkl├Ąrung daf├╝r, die Sie sich ab jetzt zunutze machen k├Ânnen: F├╝r das J├Ąten und Ausrei├čen von Unkraut ist der abnehmende Mond die geeignete Zeit, am g├╝nstigsten im Zeichen Steinbock. Sie sollten jedoch darauf achten, die Nutzpflanzen nicht zu verletzen, weil sie sonst ebenfalls eingehen k├Ânnen.

Text: Johanna Paungger-Poppe und Thomas Poppehier geht es zum Facebook-Kanal unserer Experten.

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