GÀrtner Johannes KÀfer erklÀrt, warum Lavendel und Rosen doch gut zusammenpassen und was Schnecken wirklich fressen.

GĂ€rtner Johannes KĂ€fer (Bild: Roland Vorlaufer)

Johannes KĂ€fer schreibt regelmĂ€ĂŸig fĂŒr servus.com und teilt sein Expertenwissen rund um Flora & Fauna.

1. Irrtum: Durch regelmĂ€ĂŸigen, starken RĂŒckschnitt bleiben StrĂ€ucher klein

Himbeerstrauch schneiden (Bild: iStock)

Stimmt nicht. Wenn Sie weit zurĂŒckschneiden, erleben die Pflanzen einen Kraftschub, der in der Bildung von langen Trieben resultiert. Mein Tipp: Entfernen Sie aus den StrĂ€uchern nur einzelne, sehr alte Triebe, diese dafĂŒr in BodennĂ€he. Die jungen Pflanzenteile wachsen dann von ganz unten weg und die StrĂ€ucher bilden wieder eine schöne Form, ohne im unteren Bereich zu verkohlen.

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24. MĂ€r

2. Irrtum: Lavendel passt aufgrund der unterschiedlichen AnsprĂŒche nicht zu Rosen

Bild: Harald Eisenberger
Rosen und Lavendel können sehr gut mit- und nebeneinander leben. (Bild: Harald Eisenberger)

Falsch. Der Grund, warum Lavendel und Rosen so gut miteinander können, liegt genau in den verschiedenen BedĂŒrfnissen. Rosen sind Tiefwurzler, die humose, tiefgrĂŒndige und nĂ€hrstoffreiche Böden bevorzugen. Durch ihre langen Wurzeln erreichen sie auch diese Schicht in der Erde. Der Lavendel bildet viele feine Wurzeln, die flach unter der OberflĂ€che wachsen. Er benötigt nur wenig Nahrung und kommt auch mit Trockenheit sehr gut zurecht. Also: Lavendel oben und Rose unten – die beiden kommen sich kaum in die Quere, und darum klappt es mit den beiden auch so gut.

3. Irrtum: Ein Biogarten macht wenig Arbeit

Diese Aussage weckt falsche Erwartungen und stimmt nur fĂŒr jene, denen ungestĂŒme Wildnis nichts ausmacht. Biologisch zu gĂ€rtnern verlangt nicht nur mehr Ausdauer und Fleiß, sondern auch mehr Wissen ĂŒber die ZusammenhĂ€nge in der Natur. Das soll nicht heißen, dass der Bio-Naturgarten ein Wildgarten ist, aber wenn Sie auf einen gepflegten Garten Wert legen, mĂŒssen Sie einfach wesentlich mehr dahinter sein. Allein der biologische Pflanzenschutz verlangt mehr Hingabe, da er hauptsĂ€chlich vorbeugend funktioniert, und das bedarf viel Aufmerksamkeit. Genauso lĂ€uft es mit den DĂŒngern, man muss die biologischen KreislĂ€ufe am Leben erhalten.

4. Weinbergschnecken fressen die Eier von Nacktschnecken

Bild: Mauritius
Die Weinbergschnecke ist keine Gefahr fĂŒr Nacktschnecken. (Bild: Mauritius)

Falsch. Auch wenn Weinbergschnecken sich hin und wieder an SalatblĂ€ttern vergreifen, Nacktschnecken rotten sie nicht aus. Weinbergschnecken ernĂ€hren sich lieber von welken Pflanzenteilen. Das GerĂŒcht, dass sie Eier vertilgen, kommt vielleicht daher, dass in der Bruthöhle unter den jungen Tieren vereinzelt Kannibalismus beobachtet wurde.

5. Knoblauch hilft gegen die KrÀuselkrankheit bei PfirsichbÀumen

In vielen Bioratgebern liest man, dass das Einpflanzen von Knoblauchzehen rund um den Pfirsichbaum gegen die KrÀuselkrankheit hilft. Es stimmt, dass Knoblauch eine leicht antibiotische Wirkung hat, aber die reicht bei weitem nicht aus, um diese hartnÀckige Pilzkrankheit abzuwehren. Auch das Spritzen mit Knoblauchtee zeigt keine heilende Wirkung. Zur wirksamen BekÀmpfung dieser Pilzerkrankung empfehle ich Ihnen eine Spritzung mit einem KupferprÀparat nach dem Laubfall und eventuell eine zweite Behandlung vor dem Neuaustrieb.

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