Richtiges Kompostieren will gelernt sein. Wer bei Aufbau und Pflege des Haufens diese Regeln beherzigt, hat die ideale Gartenerde zur Hand.

Selbstgemachter Humus ist ein kostbares und nährstoffreiches Gut. Vor allem bei der herbstlichen Gartenpflege fallen jede Menge Pflanzenabfälle an, die das ideale Ausgangsmaterial zum Anlegen eines neuen Komposthaufens liefern.

1. Der Standort

Als idealer Standort bietet sich ein windgeschützter Platz im Halbschatten an, an dem der Kompost die nächsten Jahre vor sich hin rotten kann und der auch bei Hitze nicht so stark austrocknet – das darf der Kompost nämlich auf gar keinen Fall! Als Probe eine Handvoll Kompost zusammendrücken, er muss sich wie ein feuchter Schwamm anfühlen. Und er muss Kontakt zum Gartenboden haben. Schließlich dient er als Nahrungsquelle für jene Bodenlebewesen, deren Ausscheidungen die geschichteten Pflanzenreste zersetzen. Erst dadurch entsteht feinkrümeliger Kompost. Der Humus sollte übrigens leicht mit einer Scheibtruhe erreichbar sein.

2. Der Rahmen

Als Umzäunung eignen sich dauerhaftes Holz wie Lärche, imprägnierte Hölzer bzw. Material, das nicht verrottet. Das Refugium für den Kompost lässt sich leicht selbst bauen oder einfach im Baumarkt fertig kaufen. Meist ist der Rahmen nicht höher als einen Meter, damit man bequem herankommt.

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3. Die Anlage

Die Grundlage für einen neuen Komposthaufen besteht aus Geäst oder Staudenstielen. Darauf schichtet man alle verrottbaren Garten- und pflanzlichen Küchenabfälle abwechselnd mit trockenem Material. Alles muss feucht und locker aufeinanderliegen, damit der Sauerstoff im Inneren zirkulieren kann. Auch eine Lage kleinerer Äste zwischendurch kann hier hilfreich sein. Dünne Schichten Kalk und Knochenmehl sorgen für Nährstoffanreicherung und aktivieren die Umsetzungsprozesse.

4. Die Zusammensetzung

Beim Kompostieren sollten grundsätzlich unterschiedliche verrottbare Pflanzenteile zusammenkommen, um eine ausgewogene organische Masse zu schaffen. Unter optimalen Bedingungen ist der Kompost spätestens nach einem Jahr reif. Der Prozess lässt sich allerdings beschleunigen, indem man den Behälter mit Grasschnitt oder einer schwarzen Mulchfolie abdeckt. Durch die höheren Temperaturen kann die Rotte innerhalb von drei bis vier Monaten erfolgen.

5. Die Pflege

Am besten wird der Komposthaufen in drei Schichten betreut. Zuerst wird der Kompost angelegt: Dabei schichtet man feuchtes und trockenes Material locker aufeinander. Wenn der Kompost unten reif ist, oben aber noch nicht, wird er einfach umgestochen. Zum Schluss wirft man den reifen Kompost durch ein Trennsieb. Nur die Feinerde wird dann verwendet.

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6. Der Abfall

Grundsätzlich sind alle Gartenabfälle kompostierbar. Es gibt nur wenige Ausnahmen: Pflanzenteile, die durch hartnäckige Pilzkrankheiten vorzeitig abgestorben sind, sollten im Biomüll entsorgt werden. Material mit weniger aggressivem Pilzbefall, wie etwa Mehltau, darf auf den Kompost. Bei einer guten Rotte steigen die Temperaturen im Komposthaufen so stark an, dass Sporen zuverlässig abgetötet werden. Unkräuter, die schon Samen angesetzt haben, gehören ebenfalls in den Biomüll.

Je dünner und feiner die Pflanzenreste sind, desto leichter können sie verrotten. Baumlaub zerfällt meist sehr gut. Abfall von Nadelgehölzen vergeht dagegen langsam. Mischen Sie weiches Material oder Erde bei. Feste und große Pflanzenteile sollte man zerschneiden oder häckseln.

7. Die Verwendung

Je nach Alter und Reifegrad des Komposts ist er für verschiedene Zwecke einsetzbar. Der Kompost wird einfach oberflächlich ausgestreut und leicht eingeharkt. Frischkompost (ca. 2 bis 6 Monate alt) hat eine starke Düngewirkung und ist besonders für stark zehrende Pflanzen (z. B. Kürbis oder Tomaten), aber auch für Obstbäume und Beerensträucher geeignet. Reifkompost (6 bis 12 Monate alt) ist für alle Pflanzen anwendbar.

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