Unter den HĂ€nden von KrĂ€uterpĂ€dagogin Adelheid Entinger wĂ€chst eine ĂŒberraschende Erkenntnis: Es gibt kaum etwas Angenehmeres, als abgestempelt zu werden. Was sie in der Natur sammelt, wandert in heilkrĂ€ftige KrĂ€uterstempel.

Aus der Werkstatt duftet es nach GewĂŒrzen und KrĂ€utern, auf dem Boden stehen Kisten und Körbe. Sie sei gerade beim Packen, sagt Adelheid Entinger, denn morgen gehe es zu einem KrĂ€uterkurs auf die Alm.

Dass sich in ihrem Leben einmal alles um KrĂ€uter drehen wĂŒrde, hĂ€tte sie noch vor zehn Jahren nicht für möglich gehalten. „Damit hatte ich so gar nichts am Hut“, sagt Adelheid und schickt ihr schallendes Lachen hinterher. Erst ein schmerzhaftes HĂŒftleiden ließ sie umdenken: Statt der empfohlenen Operation setzte sie auf die HeilkrĂ€fte der Natur.

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Mit jedem Tag, den es ihr gesundheitlich besser ging, wuchs auch die Erkenntnis, ihrem Leben eine neue Richtung geben zu wollen. Die gebĂŒrtige Salzburgerin machte die Ausbildung zur KrĂ€uterpĂ€dagogin und zog von der Stadt in eine 850-Seelen-Gemeinde.

KrÀuterpÀdagogin Adelheid Entinger (Bild: Barbara Ziegelboeck)
Adelheid Entinger ist KrÀuterpÀdagogin mit reichem Erfahrungsschatz und Humor. (Bild: Barbara Ziegelboeck)

Das Zinnkraut zog ungefragt ein

Als sie das erste Mal den Garten ihres kleinen Hauses betrat, wucherte dort nur Baldrian. Mit der ihr eigenen Tatkraft rodete Adelheid einige der Stauden und wartete ab, was passiert.

Man kann im eigenen Garten ein kleines Fleckchen einzĂ€unen und immer wieder einmal barfuß darauf herumgehen. Und dann schauen, was in Zukunft dort so alles wĂ€chst.

Adelheid Entinger

Im Jahr darauf wuchs ĂŒberall Zinnkraut, genau jene Pflanze, die ihr selbst sehr geholfen hatte. Eine interessante Erfahrung, die Adelheid auch anderen ans Herz legt: „Man kann im eigenen Garten ein kleines Fleckchen einzĂ€unen und immer wieder einmal barfuß darauf herumgehen. Und dann schauen, was in Zukunft dort so alles wĂ€chst.“

Adelheids KrÀuterstempel

Inzwischen behandelt Adelheid Entinger regelmĂ€ĂŸig Menschen mit KrĂ€uterstempeln. Die mit HeilkrĂ€utern gefĂŒllten und in heißem Öl erwĂ€rmten Stoffbeutel werden sanft auf die Haut gedrĂŒckt. Eine Wohltat, die den Körper stĂ€rkt, Stoffwechsel und Selbstheilung anregt und bei verschiedenen Beschwerden Linderung verschafft.

TatsÀchlich ist beinahe gegen alles ein Kraut gewachsen:

  • Für Kopfwehgeplagte fĂŒllt Adelheid den Stempel mit MĂ€desĂŒĂŸ, für Rheumatiker mit Giersch und Zinnkraut.
  • Neurodermitis lindert sie mit der in GĂ€rten allgegenwĂ€rtigen Vogelmiere und ein paar Tropfen Teebaumöl.
  • Wenn es im Bauch zwickt, hilft ein Stempel mit Fenchel, KĂŒmmel und Kornblume.
  • Frauen, die mit Wechselbeschwerden kĂ€mpfen, empfiehlt die KrĂ€uterpĂ€dagogin Frauenmantel, Salbei, Rotklee und Schafgarbe.

KrĂ€uterstempel fĂŒr zu Hause

Das Schöne an KrĂ€uterstempeln: Man kann sich damit auch gut selbst behandeln, denn die Gefahr, etwas falsch zu machen, ist sehr gering. Aufpassen heißt es nur bei möglichen Allergien.

Adelheid Entinger beim Stempelbinden (Bild: Barbara Ziegelboeck)

FĂŒr Servus am Marktplatz wickelt KrĂ€uterpĂ€dagogin Adelheid eigens KrĂ€uterstempel fĂŒr innere Ruhe, die mit Melisse, Lavendel, Zimt und Bio-Heublumen wohlige Entspannung verbreiten.