In ihrer Werkstatt in Niederösterreich fertigt Ruth Kappacher Rucksäcke an, die nicht nur fesch, sondern wirklich durchdacht und praktisch sind. Zu entdecken bei Servus am Marktplatz.

Ruth näht jeden Rucksack eigenhändig (Bild: Michael Reidinger)
Ruth näht jeden Rucksack eigenhändig (Bild: Michael Reidinger)

Ruth Kappacher fertigt in ihrer Werkstatt im niederösterreichischen Maria Enzersdorf Rucksäcke an. Sie führt jeden Arbeitsschritt selbst durch, sodass auf diese Weise handgemachte Unikate entstehen. Geboren im Salzburger Land hat es Ruth über viele, auch berufliche, Stationen in Österreich in die Nähe von Wien geführt.

Den Großen Servus-Rucksack von Ruth Kappacher gibt es im Onlineshop Servus am Marktplatz – der Heimat des Handwerks.

Ruth ist ausgebildete Modedesignerin und hat später noch berufsbegleitend Marketing und Sales studiert. Während sie als Marketerin in einem Unternehmen arbeitete, hatte man einmal die Idee, als Kundengeschenk eine Tasche anzubieten. Aber eine Tasche, wie sie sich vorstellte, gab es nirgends. Und so setzte sich Ruth selbst an die Nähmaschine und stellte das gewünschte Modell kurzerhand her.

„Und irgendwann hab ich mir gedacht, ich mach jetzt das, wo ich viel Leidenschaft dafür habe.“

Ruth Kappacher

Wichtig ist ihr auch in anderen Bereichen, dass sie mit viel Leidenschaft dabei ist und später etwas weitergeben kann. Das war dann auch der Grund dafür, 2011 ihr eigenes Unternehmen zu starten. Nun stellt sie ihre eigenen Rucksäcke her, erfüllt Auftragsarbeiten oder näht Prototypen für andere Firmen.

„Meine Produkte sind funktional und stimmig.“

Ruth Kappacher

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Die Rucksäcke bestehen aus Leder und Canvas, den sie auf den Modemessen oder in regionalen Läden kauft. Canvas ist ein sehr widerstandsfähiger, beschichteter Baumwollstoff, der früher auch als Zeltstoff verwendet wurde. „Und früher haben sich die Leute schon auch was überlegt. Die haben einen Sinn gehabt und haben Dinge über Generationen entwickelt.“

Ruth veredelt die altbewährten Designs, Stoffe und Verschlüsse aus dem alpinen Raum mit einer modernen, klassischen Linie und neuer Funktionalität. Mit dem Trend zu gehen oder Kitsch zu produzieren, lehnt die Taschendesigner strikt ab. Reduktion und Zeitlosigkeit ist ihr wichtig, sowohl im Design als auch in der Qualität, denn ihre Produkte sollen möglichst lange in Verwendung sein. Geht etwas kaputt, dann repariert sie es meist oder tauscht es aus.

Jedes Detail muss passen (Bild: Michael Reidinger)
Jedes Detail muss passen (Bild: Michael Reidinger)

„Ich nähe Taschen und Rucksäcke selbst.“

Ruth Kappacher

In der Werkstätte entstehen nicht nur Produkte, die Design Preise gewonnen haben, sondern es ist auch ein Raum, der Zeit zum Nachdenken über die nächste Kollektion gibt. Der Zuschneidetisch ist das Herzstück darauf werden nicht nur Entwürfe gezeichnet,  sondern auch zugeschnitten, gehämmert und genäht, Neben dem Tisch stehen noch Nähmaschinen, an den Wänden hängen Skizzenmappen mit verschiedenen Mustern  – oft von Flohmärkten – und auch ihr Schreibtisch, der sie seit Kindheitstagen begleitet, hat Platz in ihrer Werkstatt.

Hier näht Ruth ihre Rucksäcke. Die Stoffe dafür bezieht sie aus Oberitalien genauso wie die Verschlüsse. Dass ihre Produkte, von denen jedes ein Unikat ist, preislich mit industriell hergestellten Rucksäcken nicht mithalten können, liegt auf der Hand. Die höheren Preise versteht sie aber als „Wertschätzung an die Handwerkskunst.“

Ruth Kappacher und ihr Rucksack (Bild: Michael Reidinger)
Ruth Kappacher und ihr Rucksack (Bild: Michael Reidinger)

„Wien gibt mir Inspiration.“

Ruth Kappacher

Ob ihr der Pongau und die Berge fehlen? Nein, denn Wien gibt ihr Inspiration genug. „Ich geh oft in die Stadt und auf Märkten und beobachte ganz bewusst die Leute. Was sie tragen, welche Farben, welche Taschen und was sie interessiert.“ Und aus dem Fehlenden lässt sie ihre Taschen und Rucksäcke entstehen, genauso wie sie ihr Unternehmen gestartet hat.

Der Servus-Rucksack (Bild: Michael Reidinger)

Autor: Riki Daurer

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