Turdus merula · Familie: Drosseln (Turdidae)

MERKMALE

Amseln werden im Schnitt 25 cm lang. Männchen tragen schwarzes Gefieder (engl.: blackbird, franz.: merle noir). Der Schnabel ist gelb bis gelborange, ein Ring um die Augen hat dieselbe Farbe.

Das weibliche Federkleid changiert in Braun­ und Rotbrauntönen; die grau­braune Brust ist gelb oder ockerfarben gesprenkelt. 

Nest: bevorzugt auf Astgabeln, Dachbalken oder in Mauernischen Eier: 4 bis 5 Stück, ca. 3 cm lang, grün bis grünbraun gesprenkelt Brutverhalten: 2 bis 3 Bruten; Brutdauer etwa 14 Tage; das Weibchen brütet, beide füttern, das Männchen bewacht in Abwesenheit des Weibchens das Nest; Saisonehe

LEBENSWEISE 

Bis zum 19. Jahrhundert waren Amseln Vögel des Waldes, heute sind sie Kulturfolger und leben auch in Parks und Gärten städtischer Gebiete. In Mitteleuropa bleiben die meisten Stadtamseln im Winter im Brutgebiet; die Waldamseln wandern teilweise in Siedlungen, teilweise nach Südwesteuropa.

Die Nahrung umfasst Käfer, Spinnen, Regenwürmer, vereinzelt sogar kleine Wirbeltiere, später im Jahr vermehrt Obst, Beeren und Samen. 

GESANG

Der charakteristische flötende Gesang stammt von den Männchen. Er beginnt oft vor der Morgendämmerung. Amseln nutzen dazu Singwar­ten wie Zaunpfähle oder Äste. Am Abend findet ein weiteres Konzert mit Reviergesängen statt.

Typisch sind auch Warnrufe wie „tix tix tix“ oder „siih“. Männchen beherrschen mehr als 30 Motive, haben aber einige Lieblingsmelodien.

Der Grundgesang ist angebo­ren. Aber in jeder Brutsaison kommen neue, von Artgenos­sen gelernte Motive dazu.

VOLKSTÜMLICHE NAMEN

Wegen des männlichen Gefieders häufig Kohlamschl oder Schwarzamsel; im Salzkammergut Anisl und Amaxl; in Ostösterreich Omeixl, Omarexl und Ambschl. 

WISSENSWERTES 

Amseln scheinen großen Spaß daran zu haben, andere Laute zu imitieren. Im städtischen Raum gehören dazu zum Beispiel Polizei­ oder Rettungssirenen. Oft werden auch Handyklingeltöne täuschend echt nachgesungen.

Beobachtungen haben außerdem gezeigt, dass Amseln Fehler beim Singen einer Strophe sofort erkennen und dann immer wieder neu ansetzen.

Darüber hinaus kennen Amseln einige besonders ausgefuchste Tricks. Sie können zum Beispiel lügen: Wenn sie einen guten Futter­platz gefunden haben, äußern sie oft jene Rufe, die bedeuten, dass ein Feind – etwa ein Greifvogel – naht, um Futterrivalen zur Flucht zu bewegen.