Parus caeruleus · Familie: Meisen (Paridae)

MERKMALE

Nur etwa 11,5 cm ist die Blaumeise lang. Die Geschlechter unterscheiden sich nur geringfügig durch Farbintensität. Einzigartig unter den heimischen Singvögeln ist der himmelblaue Scheitel. Ein schmaler, fast schwarzer Augenstreifen verfärbt sich Richtung Nacken blau.

Stirn und Wangen sind weiß, unter dem Schnabel verläuft ein schwarzer Kinnstreifen. Brust und Bauch sind kanarienvogelgelb, die Flügel zeigen weiße Querstreifen, der Rücken ist grau-olivgrün.

Nest: Höhlenbrüter in hohlen Bäumen, Mauerritzen, Nistkästen oder auch Briefkästen Eier: 6 bis 14 Stück, ca. 1,5 cm lang, milchig weiß mit rotbraunen Flecken Brutverhalten: meist 1 Brut im Jahr; Brutdauer 13 bis 17 Tage; Weibchen baut Nest, beide füttern; Saison- und Dauerehe

LEBENSWEISE 

Bis auf alpine Hochlagen ist die ganzjährig anwesende Blaumeise recht weit verbreitet. Sie bevorzugt Laub- und Auwälder, kommt aber auch in ländlichen Siedlungsgebieten mit Hecken und Streuobstwiesen häufig vor. Allerdings ist dort die größere Kohlmeise eine starke Konkurrenz.

Unter den Meisen ist sie die begabteste Akrobatin. Bei der Nahrungssuche kopfüber zu hängen macht ihr sichtlich Freude. Ihre Hauptnahrung sind Insekten und Spinnen; in Gärten ist sie eine emsige Vertilgerin von Blattläusen. Ab Herbst frisst sie gerne auch Obst, Beeren und Samen.

GESANG

„Ziii“ oder mehrsilbig „zi-zizi“ lautet der häufige Auftakt des Blaumeisengesangs. Das Repertoire der kleinen Meisenart ist etwas schmäler als das der Kohlmeise, was – wie vermutet wird – auch damit zu tun haben könnte, dass die Blaumeise unter ständigem Konkurrenzdruck durch die größere Vertreterin der Meisenfamilie steht.

Durch bestimmte Triller grenzt sich die Blaumeise ab. Ihre Warnrufe bei nahenden Fressfeinden werden artübergreifend verstanden.

VOLKSTÜMLICHE NAMEN

Für den auffälligen Singvogel gibt es eine ganze Reihe regionaler Bezeichnungen: im Salzkammergut, in Salzburg und Oberösterreich Bimpal, Blawal, Himmelmeise, Mehlmeise oder Jungfernmeise. Weiter östlich oft Blauberl, Stockmoasn, Blaritschn oder Blauwerl

WISSENSWERTES 

Als hervorragende Turnerin und Handwerkerin wird die Blaumeise oft dargestellt. Die Eigenart, Samen mit dem Schnabel aufzuklopfen, findet ihren Niederschlag auch in ihrem spanischen Namen herrerillo (kleiner Schmied).

Verse hat Wilhelm Busch über das arttypische Verhalten der Blaumeise geschmiedet: „Hell flötet sie und klettert munter / Am Strauch kopfüber und kopfunter …“