Der Brauch der Barbarazweige und welche Geh├Âlze man jetzt aus dem Winterschlaf aufwecken und zum Erbl├╝hen bringen kann.

G├Ąrtner Johannes K├Ąfer (Bild: Roland Vorlaufer)

Johannes K├Ąfer schreibt regelm├Ą├čig f├╝r servus.com und teilt sein Expertenwissen rund um Flora & Fauna.

Auch wenn die Natur drau├čen Winterpause macht, kann man sich in sein Zuhause Fr├╝hlingsstimmung holen. Daf├╝r braucht es nur frisch geschnittene Zweige von Obstb├Ąumen. Stellen Sie diese in eine Vase mit Wasser ÔÇô mit ein bisschen Gl├╝ck bl├╝hen ihre Knospen nach einigen Wochen auf.

Zum Erbl├╝hen brauchen die Zweige eine K├Ąltewelle ÔÇô oder das Tiefk├╝hlfach

Viele werden sich nun fragen: Warum bl├╝hen die Zweige eigentlich, wo sie doch eigentlich im tiefsten Winterschlaf sind? Die Antwort darauf ist einfach: Die Bl├╝tenknospen sind im Herbst schon fertig auf den Zweigen ausgebildet. Doch bevor sie bl├╝hen k├Ânnen, sollten sie ersten Frost durchgemacht haben. In den Knospen sind n├Ąmlich Stoffe eingelagert, die ein Aufbl├╝hen w├Ąhrend einer zu kurzen Warmphase verhindern. Diese Substanzen werden im Laufe des Winters durch die K├Ąlte abgebaut. Erst wenn die K├Ąlte vorbei ist, k├Ânnen die Knospen aufbl├╝hen. Auf diese Weise sch├╝tzt sich der Baum vor zu fr├╝her Bl├╝te, die niemals reife Fr├╝chte bringen w├╝rde.

Schneiden Sie die Zweige mit einem langen, schr├Ągen Schnitt an und legen Sie sie ├╝ber Nacht in lauwarmes Wasser.

Johannes K├Ąfer

Wenn es vor dem Schneiden der Zweige also noch nicht lange genug richtig kalt war, k├Ânnte es sein, dass keine Knospen aufbl├╝hen. Insofern ist der Barbaratag (4. Dezember) kein Garant daf├╝r, dass Zweige erbl├╝hen, ein Blick aufs vergangene Wetter schon eher. Ein kleiner Trick sei aber verraten: Wenn man die geschnittenen Triebe einige Tage im Tiefk├╝hlfach des K├╝hlschranks aufbewahrt und dadurch einen kurzen Winter vort├Ąuscht, dann stehen die Chancen auf Aufbl├╝hen ganz gut.

Barbarazweige (Bild: Katharina Gossow)

Servus-Wissen. Am 4. Dezember, dem Festtag der Heiligen Barbara, ist es Brauch, Zweige aus Obstb├Ąumen zu schneiden und daheim in einer Vase mit Wasser aufzustellen. Beginnen diese am Heiligen Abend zu bl├╝hen, wird das als Zeichen des Gl├╝cks und der Gesundheit gedeutet. Die Heilige Barbara wurde von ihrem eigenen Vater verraten und hingerichtet, weil sie zum christlichen Glaube ├╝bergetreten war. In der Weihnachtszeit sollen auf ihrem Grab viele Blumen gebl├╝ht haben.

Welche Geh├Âlze eignen sich f├╝r Bl├╝tenzweige?

Nicht nur Kirschzweige lassen sich in der Vase sehr gut vortreiben. Japanische Quitte, Goldregen, Ginster, Zierjohannisbeere, Forsythie, Weide, Schlehe und Dirndlstrauch k├Ânnen ebenso auf diese Weise angetrieben werden. Es m├╝ssen aber nicht nur Bl├╝tengeh├Âlze sein, auch Birkenzweige sehen wundersch├Ân aus, wenn die lichtgr├╝nen Bl├Ąttchen hervorsprie├čen.

Wie behandelt man die geschnittenen Zweige?

Die Zweige sollten nach dem Schneiden zun├Ąchst einmal ├╝ber Nacht in lauwarmes Wasser gelegt werden. Durch diese Behandlung werden sie aus der K├Ąltestarre aufgeweckt. Zum sicheren Aufbl├╝hen ist es notwendig, dass Sie die Enden der Zweige vor dem Einw├Ąssern mit einem langen, schr├Ągen Schnitt anschneiden oder die Schnitt-Enden mit einem Hammer breit klopfen. Durch das aufgesplitterte Holz wird die Wasseraufnahmef├Ąhigkeit wesentlich erh├Âht.

Zum Wasser kann zur besseren Haltbarkeit etwas Staubzucker dazugegeben werden. Ich empfehle, das Vasenwasser alle drei bis vier Tage auszutauschen, um F├Ąulnis und Geruchsentwicklung zu vermeiden. Vorsicht auch vor allzu warmen R├Ąumen oder unmittelbarer Heizungsn├Ąhe: Zu viel Hitze kann leicht Schaden anrichten, sodass die Zweige vertrocknen noch bevor sich die Knospen ├Âffnen k├Ânnen.