Am 15. August feiert man im Alpenraum das Hochfest der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel. Doch warum werden Kräuterbuschen geweiht?

Vor über 60 Jahren verkündete Papst Pius XII. das Dogma von der „leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel“ bestätigte damit das, was bereits seit langer Zeit gefeiert wurde. Das kirchliche Hochfest lässt sich nämlich bis ins fünfte Jahrhundert nach Jerusalem zurückverfolgen. Der religiösen Überlieferung nach soll unmittelbar nach Marias Tod ihr Leichnam zum Himmel aufgestiegen sein. Und so feiert die Kirche diesen Feiertag, der im Volksmund Mariä Himmelfahrt heißt, und wir kommen in den Genuss eines arbeitsfreien Tages.

Die Kräuterweihe

Mancherorts ist das Fest mit einer Kräutersegnung verbunden. Denn auch zu diesem Festtag hat die Kirche volkstümliche Traditionen übernommen. Büschel aus 7 bis 99 Kräutern – das ist je nach Region verschieden – werden gebunden. In ihnen stecken zum Beispiel eine Rose (für Maria) oder eine Königskerze, Schafgabe, Baldrian, Arnika, Kamille, Johanniskraut und Pfefferminze. Nach der Weihe wird der Busch daheim in den Herrgottswinkel zum Trocknen aufgehängt. Die gesegneten Kräuter sollen die Familie und ihr Vieh – so der Volksglaube – das gesamte Jahr über vor Unheil, Krankheit und Verzauberung schützen, den Hof vor Blitzschlag bewahren, das Eheglück fördern oder für Kindersegen sorgen. Viele Menschen werfen bei Unwetter einige der getrockneten Blätter ins Herdfeuer oder zerreiben sie zwischen den Fingen.

Zeit der Ernte

Mit Mariä Himmelfahrt beginnen in manchen Orten Tirols und Bayerns die „Frauendreißiger“. Diese Zeit dauert bis zu Mariä Geburt am 8. September und ist eine ländliche Festzeit der Fülle und Ernte sowie der Almfeste. Kräuter, die in dieser Zeit wachsen und gesammelt werden, gelten als besonders heilkräftig und wirksam.