Warum seit jeher Heilpflanzen zu Maibuschen gebunden, zu Kränzen geflochten und Heilgetränken beigemischt werden.

Zu Christi Himmelfahrt war es früher Brauch, Höhenzüge und Berge aufzusuchen. So konnte man die aufgehende Sonne beobachten, „wie sie drei Freudensprünge macht“, weil der Gottessohns seine Himmelfahrt antrat.

WAS ES MIT DEN MAIBUSCHEN AUF SICH HAT

Außerdem unternahm man Ausflüge in Wald und Flur – auch um Kräuter zu sammeln. Die „Auffahrtskräuter“, wie man viele der (Heil-)Pflanzen nannte, die zu Christi Himmelfahrt schon blühen, wurden zu Maibuschen gebunden. Die sollten – in der Scheune aufbewahrt – vor Mäusen schützen oder zum Ausräuchern des Stalles verwendet werden, wenn ein Tier krank wurde. So ist es in einer 500 Jahre alten Chronik in Mecklenburg zu lesen. 

Kräuterbuschen (Bild: Angelika Jakob)

WARUM AUS „DONNERBLÜMCHEN“ KRÄNZE GEBUNDEN WERDEN

Die Vorstellung, dass der Himmel sich zur „Auffahrt“ öffnet – oder auch weil Christi Himmelfahrt auf einen „DonnersTag“ fällt –, brachte dieses Fest mit Gewitter in Beziehung. Vor Sonnenaufgang sollte man daher die „Himmelfahrtsblume“ sammeln, um daraus Kränze zu flechten.

Gewöhnliches Katzenpfötchen (Bild: Wikimedia Commons)

Man hängte sie in den Stuben und Ställen auf, um sich vor Blitz und Donner zu schützen. Dass gerade das Katzenpfötchen (Antennaria dioica) zum Donnerblümchen wurde, liegt vielleicht daran, dass die Blütenköpfchen rötlich gefärbt sind wie ein Blitz. 

DER MAIENTAU GALT ALS „UNFEHLBARES KOSMETIKUM“

Vor einem anderen Übel, einem Schlaganfall nämlich, sollte hingegen Maientau schützen. Traditioneller Tag zum Sammeln des Taus für Heilanwendungen war Christi Himmelfahrt. Am frühen Morgen, wenn noch genug Tau auf den Blättern liegt, wurden die Tautropfen gesammelt und anschließend mit Wein vermischt. 

Der Volksglaube hielt den Maientau zudem für ein „unfehlbares Kosmetikum“, allerdings nur, wenn er am 1. Mai gesammelt wurde. Angeblich ließ er Narben verschwinden und heilte Hautkrankheiten.