Vom richtigen Gießen, Umtopfen und BlĂŒhen: Was Orchideen brauchen, um prĂ€chtig zu gedeihen.

Johannes KĂ€fer schreibt regelmĂ€ĂŸig fĂŒr servus.com und teilt sein Expertenwissen rund um Flora & Fauna.

Orchideen sind die meistverkauften Topfpflanzen Europas. Die wohl beliebteste Orchideenart ist die Phalaenopsis, die Nachtfalterorchidee. Sie ist einfach zu pflegen und beginnt meist ohne große Kunstgriffe von selbst wieder zu blĂŒhen. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die man beachten sollte.

1. Wie oft man Orchideen gießen sollte

Beim Gießen der Orchidee werden die meisten Fehler gemacht – vor allem, weil zu oft gewĂ€ssert wird. Orchideen sind nicht kalkvertrĂ€glich und leiden unter hartem Wasser. Daher nur mit Regenwasser oder abgekochtem Wasser gießen. Bei normaler Raumtemperatur muss man den Topf nur einmal wöchentlich in Wasser zu tauchen, bis die Erde durchdringend feucht ist.

Danach das ĂŒberschĂŒssige Wasser grĂŒndlich ablaufen lassen und die Pflanze wieder zurĂŒck an ihren Platz stellen – und zwar so, wie sie gestanden ist. Bei StaunĂ€sse, also zu feuchter Erde, sterben die Wurzeln ab, und die Ă€ußeren BlĂ€tter werden weich und furchig. Ist das der Fall, unbedingt die Wassergaben reduzieren, und mit etwas GlĂŒck erholt sich die Pflanze. Die welken BlĂ€tter werden aber nicht mehr fest. 

Orchideen am besten mit Regen- oder abgekochtem Wasser gießen. Sie sind nicht kalkvertrĂ€glich und wĂŒrden unter hartem Wasser leiden.

2. Der richtige Standplatz fĂŒr Orchideen

Die Phalaenopsis vertrĂ€gt im Sommer keine direkte Sonne. WĂ€hlen Sie einen hellen, absonnigen Platz. Im Winter ist ein SĂŒdfenster kein Problem. Normale Raumtemperatur, so wie sie fĂŒr uns angenehm ist, passt auch fĂŒr Orchideen. Eine AbkĂŒhlung unter 13 Grad behagt der Pflanze nicht, und es kann zu SchĂ€den bzw. Erkrankungen kommen.

3. Orchideen zum BlĂŒhen bringen

Um die NeublĂŒte zu fördern, können Sie den Stiel ein wenig einkĂŒrzen. Schneiden Sie einfach ein paar Zentimeter von der Spitze bis zur nĂ€chsten Blattschuppe zurĂŒck. Werfen Phalaenopsis-Orchideen ihre Knospen ab oder werden diese gelb, liegt es wahrscheinlich an der Umstellung nach dem Kauf oder an einer zu niedrigen Raumtemperatur.

Wenn Sie eine Pflanze haben, die mehrere Monate oder gar ein Jahr nicht geblĂŒht hat, stellen Sie diese vier Wochen an einen kĂŒhlen Ort (14 Grad) und gießen Sie nur sehr mĂ€ĂŸig. Nach dem Umstellen ins Warme bilden sich neue BlĂŒten. Nach der BlĂŒte bildet die Orchidee BlĂ€tter und sammelt KrĂ€fte. UnterstĂŒtzen Sie hier alle zwei Wochen mit einem OrchideendĂŒnger.

4. Hilfe bei WolllÀusen

Die am hĂ€ufigsten vorkommenden SchĂ€dlinge an Orchideen sind WolllĂ€use. Die drei bis vier Millimeter großen Tiere, die wie Watteflusen aussehen, bevölkern nach und nach die gesamte Pflanze – von den BlĂ€ttern bis zu den BlĂŒten. Warten Sie mit der BekĂ€mpfung nicht zu lange, unternehmen Sie etwas, sobald Sie den ersten Befall bemerken.

Als erste Maßnahme sollten Sie die befallene Pflanze unbedingt von anderen Orchideen wegstellen, um eine Ansteckung der Nachbarn zu vermeiden. Ein Spritzmittel auf Rapsölbasis aus dem Fachhandel ist dann die beste Wahl. Mit dieser Lösung sollten Sie die Insekten gut einsprĂŒhen, nur so werden sie unschĂ€dlich gemacht. Wiederholen Sie die Behandlung zwei- bis dreimal im Abstand von einer Woche, bis Sie keine Tiere mehr bemerken.

Auch SchildlĂ€use können damit bekĂ€mpft werden. Gegen die schwarzen BlattlĂ€use brauchen Sie ein anderes handelsĂŒbliches Pflanzenschutzmittel.

5. Orchideen zum richtigen Zeitpunkt umtopfen

Orchideen bilden im Laufe der Zeit Luftwurzeln, die seitlich aus dem Topf herausragen. Schneiden Sie diese Luftwurzeln nicht weg, sie dienen der Orchidee zur Aufnahme von Feuchtigkeit. Diese Wurzeln brauchen nicht unbedingt Erde, sie können ruhig außerhalb des Topfes bleiben.

Orchideen topft man nur dann um, wenn die grobe Erde ihre Struktur verliert und zu fein wird. Dadurch speichert sie zu viel Wasser, und die empfindlichen Wurzeln beginnen zu faulen. Sie können die Orchidee sogar wieder in den gleichen Topf setzen, wechseln Sie lediglich die Erde aus.

Bei dieser Gelegenheit schneiden Sie alle abgestorbenen Wurzeln ab und untersuchen die Pflanze auch an den unterirdischen Teilen auf SchĂ€dlinge. Verwenden Sie zum Umtopfen ausschließlich Orchideenerde aus dem Fachhandel. Umtopfen sollten Sie in der Zeit, wenn die Orchidee nicht blĂŒht.

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