Als einer der Letzten in Österreich beherrscht Dietmar Derschmidt die Kunst des Schwegelbauens. Uns hat er sein Handwerk gezeigt. Plus: ✅ Online-Shop

Schwegel-Bauer Dietmar Deschmidt (Bild: Stefan Pfeiffer)
Dietmar Derschmidt in der Werkstatt

Dietmar Derschmidts Werkstatt liegt idyllisch inmitten der sanften Hügel nahe dem oberösterreichischen Scharnstein. Hier baut er seine Schwegel aus Zwetschkenholz. Die Seitlpfeife, wie der Schwegel auch genannt wird, ist eine Flöte, die ein bedeutender Bestandteil der traditionellen Volksmusik ist. Und Dietmar spielt liebend gerne auf solch einer Pfeife.

Ein Instrument, das ich selber nicht spielen kann, will ich nicht mal reparieren.

Dietmar Derschmidt

Bereits als Kind erlernte der musikalische Handwerker das Spielen auf Schwegel und Blockflöte. Mit den Jahren kamen dann noch Geige, Klarinette, Oboe und Gambe dazu.

Von der Flöte zum Schwegel

Was das Flötenbauen betrifft, ist Dietmar Derschmidt Autodidakt. Anfang der 1980er-Jahre versuchte sich der gelernte Tischler und Lehrer für Handarbeit, Mathematik und Turnen zunächst am Bau einer Blockflöte. Nach vielen Mühen gelang es ihm aus einer F-Blockflöte eine G-Blockflöte zu bauen. Mit den Jahren kamen Schwegelpfeifen hinzu, da immer mehr Menschen dieses Instrument für sich entdeckten.

Für seine Schwegel verwendet der Handwerker am liebsten Zwetschkenholz, denn das harte Material lässt sich besonders gut glattschleifen. Und das ist wichtig für einen sauberen Ton.

Zu Besuch beim Schwegelmacher

Persönlich ausgewählt

Die Auswahl des richtigen Holzes ist mitentscheidend für das Gelingen der Pfeife. Dietmar Derschmidt sucht sogar den Baum, der gefällt werden soll, persönlich aus. Gerade gewachsen muss er sein, denn die Maserung ist wichtig für die Bohrung des Strömungskanals. Bevor das Holz aber zu einer Schwegel wird, muss es nach dem Kanteln – so heißt das erste Schneiden der Form – mindesten drei Jahre trocknen.

Arbeit mit Gefühl

Schwegelmachen braucht viel Gefühl und Konzentration. Mit einer fußbetriebenen Drechselbank bringt Dietmar Derschmidt das Holz in seine runde Form. An den Feinschliff und den Strömungskanal geht es mit der elektrischen Drechselbank. Dabei drechselt er lieber vorsichtig, denn das Holz kann leicht einreißen. Viele Arbeitsschritte später liegt die fast fertige Schwegel vor dem Meister. Nun stimmt ihn Dietmar Derschmidt, indem er im Inneren der Schwegel noch Holz abträgt. Und da sieht man wieder: Ohne das Instrument zu beherrschen, könnte er es gar nicht bauen.

Schwegel-Bauer Dietmar Deschmidt (Bild: Stefan Pfeiffer)
Der Schwegelbauer muss sehr genau sein

Gut zu wissen. Jedes Jahr zu Mariä Himmelfahrt treffen sich im Salzkammergut die Seitl-Pfeifer auf einer Alm nahe Bad Ischl. Dort kann jeder ohne Voranmeldung mit seiner Schwegelpfeife mitspielen. Oder man genießt die Musik als Zuhörer.

Servus-Tipp: Einen Schwegel von Diemar Derschmidt finden Sie direkt in unserem Online-Shop Servus am Marktplatz.