Mit unserer Anleitung steht Ihre Natursteinmauer im Garten felsenfest. Plus: Welche Pflanzen in ihren Spalten und Fugen am besten gedeihen.

Trockensteinmauern sind keine Barrieren, sondern Lebensr├Ąume. In ihrem l├╝ckenhaften Mauerwerk ÔÇô der Aufbau wird ganz ohne M├Ârtel, sprich ÔÇ×trockenÔÇť, gelegt ÔÇô siedeln sich binnen kurzer Zeit Pflanzen und Tiere an. Wildbiene, Spitzmaus, Amsel, Zaunk├Ânig und Igel sind nur einige der Gartenbewohner, die sich an der Trockenmauer wohlf├╝hlen. Au├čerdem ist sie ein wunderbares Gestaltungselement im Garten: eine freistehende Trockenmauer kann Beete und Pflanzfl├Ąchen einfassen, Sitzpl├Ątze umrahmen und nat├╝rlich Wind-, L├Ąrm- und Sichtschutz bieten.

So baut man eine freistehende Trockensteinmauer

Der Selbstbau ist nur bis zu einer Mauerh├Âhe von etwa 1,20 Meter zu empfehlen. F├╝r gr├Â├čere Bauwerke sollte man Fachkr├Ąfte ans Werk lassen, weil daf├╝r ein Betonfundament notwendig ist. F├╝r kleine Mauern reicht ein zirka 20 Zentimeter tiefes Fundament aus Schotter.

Das Innere der Mauer wird mit kleinen Steinen oder einem Gemisch aus Steinen und Mutterboden aufgef├╝llt. Die Breite der Trockenmauer sollte mindestens einem Drittel der H├Âhe entsprechen, bei 1,20 Meter somit mindestens 40 Zentimeter. Beim Aufbau der Mauer ist darauf zu achten, dass die Steine immer versetzt platziert werden, sodass die senkrechten Fugen zweier aufeinanderliegender Steinreihen nicht aufeinandertreffen. Dabei sollte man auch die Fugen nicht zu gro├č werden lassen.

Auch gut: Immer wieder gro├če Bindesteine quer einarbeiten, die im Idealfall ├╝ber die ganze Mauerdicke reichen. Das verleiht zus├Ątzliche Stabilit├Ąt. Und: die sch├Ânsten Steine als Schmuck f├╝r den kr├Ânenden Abschluss aufheben.

Tipps zur Bepflanzung: Freistehende Mauern sind mit Erde gef├╝llt, in die gepflanzt werden kann. Die Pflanzen werden dann mit Wurzelballen waagrecht eingesetzt, sodass sie aus der Mauer h├Ąngen. Um die Wurzel wird ein Gemisch aus lehmiger Erde und Sand gef├╝llt. Blumenerde ist nicht zu empfehlen, sie ist zu sehr aufged├╝ngt.

Die besten Pflanzen f├╝r die Trockensteinmauer

Genau wie an einem nat├╝rlichen Felsstandort sind Humus und Wasser in der Natursteinmauer knapp. Deshalb f├╝hlen sich auf deren sonniger Seite die Trockenk├╝nstler unter den Pflanzen wohl. Sie sind auch mit einem kargen N├Ąhrstoffangebot zufrieden. Zu ihnen geh├Âren mediterrane Kr├Ąuter wie Thymian, Salbei und Bohnenkraut, aber auch polsterbildende Stauden wie Mauerpfeffer (Sedum) oder Hauswurz (Sempervivum). Sie ├╝berstehen mit ihren dicken, wachsartig ├╝berzogenen Bl├Ąttern jede Trockenheit.

Andere Pflanzen haben die Wasserverdunstung durch kleine, fast nadelartige Bl├Ątter oder dicke Behaarung auf ein Minimum reduziert. Das sind zum Beispiel Blaukissen (Aubrieta), Grasnelke (Armeria maritima), Kart├Ąusernelke (Dianthus carthusianorum), Pfingstnelke (Dianthus gratianopolitanus) und Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris).

Auf der schattigen R├╝ckseite und am Mauerfu├č, an dem sich Wasser sammeln kann, herrschen k├╝hlere Bedingungen. Hier f├╝hlen sich Farne, z. B. der Hirschzungenfarn (Phyllitis scolopendrium), wohl, aber auch Gelber Lerchensporn (Corydalis lutea) und Moossteinbrech (Saxifraga arendsii).

Als wertvolle ├Âkologische Nische beherbergt die Trockenmauer auch heimische Wildpflanzen wie St├Ąngellosen Enzian (Gentiana acaulis), Gelbe Hauhechel (Ononis natrix), Gelbe Alpenschl├╝sselblume (Primula auricula), Immergr├╝nes Felsenbl├╝mchen (Draba aizoides) und Traubengamander (Teucrium botrys).