Wie ein 300 Jahre alter Troadkasten von Oberösterreich nach Tirol kam. Und was die Familie daraus gemacht hat.

Fast 300 Jahre ist der Troadkasten alt, der da im Brixental steht. Man könnte meinen, der ehemalige Getreidespeicher habe sich immer schon hier in den Kitzbüheler Alpen befunden. Dabei ist der Holzbau kein waschechter Tiroler. „Wahrscheinlich stammte er ursprünglich aus der Steiermark und kam im Tausch gegen Pferde ins oberösterreichische Ried im Innkreis“, mutmaßen die Besitzer. Innerhalb weniger Tage wurde der Getreidespeicher ab- und am neuen Standort wieder aufgebaut.

Gebäude dieser Art bezeichnete der Schriftsteller Peter Rosegger einst als „Schatzkästlein unserer Bauern“, schließlich befanden sich darin Acker- und andere Arbeitsgeräte, und im Obergeschoß lagerten wertvolle Vorräte.

Hausbesuch in einem umgebauten Getreidespeicher

Raumwunder auf drei Ebenen

Heute birgt sich hinter der wettergegerbten Fassade ein wahres, wohnliches SchmuckstĂĽck. Mit sicherem architektonischem GespĂĽr wurde der alte Speicher mit neuem Leben gefĂĽllt.

Alle verwendeten Farben und Materialien sind mit Bedacht aufeinander abgestimmt: Die Fichtenvertäfelung an den Wänden, die mit dunkelgrauem Filz verkleidete Rückseite der Küchenzeile, die alten, originalen Deckenbalken, die sich vom hellen Hintergrund abheben – hier passt alles zusammen. „Von außen glauben viele, es gibt nur einen Raum“, sagt der Hausherr. Dabei ist der Troadkasten ein Raumwunder auf drei Ebenen.

Ein Stiegenaufgang zum WohlfĂĽhlen

Hausbesuch im Getreidespeicher: Stiegenaufgang (Bild: Harald Eisenberger)

Jedes Detail im Haus ist durchdacht. Und an gemĂĽtlichen Ecken fehlt es hier nirgends. Auch der mit Filz bespannter Stiegenaufgang ist so ein Platzerl.

Wohnzimmer zum WohlfĂĽhlen

Hausbesuch im Getreidespeicher: Wohnzimmer (Bild: Harald Eisenberger)

Wo einst Acker- und andere Arbeitsgeräte standen, wärmt heute ein Kachelofen das Haus. Die originalen Deckenbalken, die Fichtenvertäfelung und die Möbelstücke – alles passt bestens zusammen.

GemĂĽtliches Schlafzimmer

Hausbesuch im Getreidespeicher: Schlafzimmer (Bild: Harald Eisenberger)

Treppab verbirgt sich im neu geschaffenen Untergeschoß ein behagliches Schlafzimmer, vom Wohnraum abtrennbar durch ein maßgefertigtes Schiebeelement. Hier herrschen – wie im ganzen Haus – altes Holz, Filz und Stein als ursprüngliche Werkstoffe.

TĂĽr raus, Fenster rein

Hausbesuch im Getreidespeicher: TĂĽr raus, Fenster rein (Bild: Harald Eisenberger)

Dort wo früher der Eingang zum Troadkasten war, ist jetzt ein großes Sichtfenster zum hölzernen Balkon und dem Garten.

Zwei Zirbenkammern für Gäste

Hausbesuch im Getreidespeicher: Gästezimmer (Bild: Harald Eisenberger)

Luftig und hell lädt der einst dunkle Speicher unter dem Giebeldach nun zum Verweilen ein: Von hier aus kann man den Ausblick in den Garten genießen oder es sich in einem der beiden Gästezimmer bequem machen.

Modernes Badezimmer

Hausbesuch im Getreidespeicher: Badezimmer (Bild: Harald Eisenberger)

Das Badezimmer ist durch und durch modern, passt aber trotzdem bestens zum rustikalen Umfeld.

Das Bankerl vorm Haus

Hausbesuch im Getreidespeicher: Bankerl vorm Haus (Bild: Harald Eisenberger)

Geschützt unter dem Dach und an der warmen Holzwand lädt die Bank zum Ausruhen und Tagträumen ein.