Seit 327 Jahren wird in der Hammerschiede im niederbayerischen Städtchen Waldkirchen aus glühendem Eisen Werkzeug geformt. Neben Gartenhacken und Beilen fertigt Meister Josef Kindermann auch besondere Unikate: die Waidlerpfannen. Plus: ✅ Online-Shop

Schmied Josef Kindermann (Bild: Günther Bayerl)
Schmied Josef Kindermann

Schmiedemeister Josef Kindermann steht mit dem Rücken zum Eingang an der großen Feuerstelle, der sogenannten Esse, und stochert mit einem Schürhaken in der Glut herum. Jeden Morgen, winters wie sommers, führt ihn sein erster Weg hierher. Denn ohne Hitze kann er aus hartem Eisen keine Pfannen schmieden.

(Bild: Günther Bayerl)

Ohne Feuer kann man nicht schmieden.

Josef Kindermann

Schmiedeeiserne Pfannen zum Braten und Backen gibt es in unserem Online-Shop Servus am Marktplatz.

Mit Kohle, zerknülltem Papier und Luft aus dem Gebläse hantiert er hier zu Beginn seines Arbeitstages. Dann streift er seine Schutzhandschuhe über, zieht einen Lederschurz über den blauen Pulli und die Jeans und zeigt dann auf ein Stück Eisen, das in etwa so groß ist wie eine Tafel Schokolade. „Aus diesem Roheisen wird heute eine Waidlerpfanne“, sagt Josef Kindermann.

Im Jahre 1686 wird die Schmiede seiner Vorfahren zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Seit Jahrhunderten also steht hier im niederbayerischen Städtchen Waldkirchen Generation um Generation an der Esse und schürt das Feuer. Viel hat sich bis heute nicht verändert. Lediglich die Hämmer, die früher mit Wasserkraft über Turbinen angetrieben wurden, laufen heute mit Motoren.

Ein hartes Stück Arbeit

Jetzt geht es aber an das Stück Eisen. In den nächsten Stunden wird ihm ordentlich eingeheizt, es wird geschlagen und verbogen. Schwere Arbeit, die viel Erfahrung verlangt. Josef Kindermann hält nichts von Ausstanzen, Anschweißen oder Zusammenschrauben. Seine Pfannen fertigt er mit Kraft und Hingabe und signiert jede mit seinen Initialen.

Man braucht schon Schmalz beim Schmieden.

Josef Kindermann

Eine Pfanne entsteht. Aus dem Stück Roheisen wird erst der Stiel der Pfanne geformt, dazu muss das Metall mindestens 1.000 °C heiß sein. Danach wird unter dem schweren Lufthammer die Platte gehämmert. Erst zum Schluss wird das Werkstück in die Form einer Pfanne gepresst. Zu guter Letzt bürstet der Schmied die Oberfläche noch mit einer Stahlbürste und versiegelt die Eisenpfanne mit Olivenöl, damit sie keinen Rost ansetzt – fertig ist die handgeschmiedete Servier- und Bratpfanne.