Pyrrhula pyrrhula · Familie: Finken (Fringillidae)

MERKMALE

Die gedrungenen Vertreter der Finken werden in etwa 16 cm lang. Die Gefieder von Männchen und Weibchen sind deutlich zu unterscheiden.

Beide haben einen schwarzen Kopf und ein graues Rücken-Cape, das bis an die Flügelansätze reicht. Kehle und Brust des Männchens leuchten ziegelrot; beim Weibchen schleicht sich nur ein blasser Rotton ins graue Federkleid.

Nest: in Nadelbäumen oder Büschen in Höhen bis zu 2 Meter Eier: 4 bis 6 Stück, ca. 2 cm lang, blaugrün mit dunklen Punkten Brutverhalten: 2 Bruten; Brutdauer ca. 14 Tage; Nestbau und Brut durch das Weibchen (li.); das rotbäuchige Männchen füttert mit; mehrjährig monogame Partnerschaft

LEBENSWEISE 

Gimpel bevölkern dichte Nadelwälder und mit Büschen durchwachsene Laubwälder. Vor allem im Winter sind sie auch in Siedlungsgebieten zu finden. Im Mostviertel gelten sie, wenn sie aus höheren Lagen in Gärten einfliegen, als Schneeboten. Heimische Populationen sind primär Standvögel und wechseln bei Kälte und Schnee nur die Höhenlagen.

Mit seinem Kegelschnabel bereitet der Gimpel seine Hauptnahrung, Samen von Kräutern und Bäumen, auf: Er schält sie durch Drehen im Schnabel. Die Brut wird mit unreifen, geschälten Samen aus dem Kropf gefüttert; tierisches Eiweiß in Form von Schnecken und Spinnen ergänzt die Nahrung.

GESANG

Gimpel lernen Rufe und Gesänge vor allem von ihren Vätern; generell sind sie sehr aufnahmefähig, weshalb ihnen früher in Volieren mehrere Melodien beigebracht wurden.

Rufe und Gesänge sind eher leise und von schnarrenden Lauten unterbrochen. Außerhalb der Brutzeiten singen auch Gimpelweibchen mit Leidenschaft.

VOLKSTÜMLICHE NAMEN

Der beliebte Name Dompfaff rührt vom schwarzen Haupt und dem roten Rumpf her, der an einen Domherrn erinnert. Auf die Farbe Rot bezieht sich auch die Bezeichnung Blutfink. Im Salzkammergut heißt er zudem Schniel oder Schnigel. Das Wort Gimpel kommt von einem alten süddeutsch-österreichischen Ausdruck für hüpfen: gumpen.

WISSENSWERTES 

Weil sich Gimpel in früheren Zeiten leicht mithilfe eines Lockvogels fangen ließen und einfach zu halten waren, erhielt der Vogel ein etwas naives Image. Ein Gimpel kann lange reisen, ehe er zu Verstand kommt, lautet ein Sprichwort.

Im Räuber Hotzenplotz verwandelt der Zauberer Petrosilius Zwackelmann Hotzenplotz in einen dummen Gimpel und sperrt ihn in einen Käfig.

Einen Gimpel fangen kann allerdings auch etwas ganz anderes heißen: sich in der Kälte eine rote Nase holen.