Carduelis chloris · Familie: Finken (Fringillidae)

MERKMALE

Der bei uns sehr häufige Grünling oder Grünfink misst etwa 15 cm. Wie bei den meisten Finken unterscheiden sich die Geschlechter deutlich.

Männchen haben eine gelblich grüne Unterseite und einen gelb grundierten Rücken mit Anstrichen von Oliv und Grau. Die Flügel tragen an den Armschwingen Federn in verschiedenen Grautönen mit deutlich gelben Außenseiten.

Die Weibchen sind am ganzen Körper unscheinbarer gefärbt. Die Gelbtöne fehlen, Brust und Unterseite sind hellbraun.

Nest: in Bäumen, Sträuchern, immer öfter auch in Spalierpflanzen und Blumenkästen auf Balkonen Eier: 3 bis 7 Stück, ca. 2 cm lang, bläulich weiß mit Rostflecken Brutverhalten: 2 Bruten im Jahr; Brutdauer 12 bis 14 Tage; Weibchen baut Nest und brütet, beide füttern; Saisonehe

LEBENSWEISE 

Die Grünlinge Mitteleuropas sind überwiegend Standvögel, vor allem jene, die in besiedeltem Gebiet leben. Ursprünglich Bewohner von Waldlichtungen und Waldrändern, scheuen Grünfinken heute auch die Nähe des Menschen nicht. Vor allem in Parks oder Gärten brüten sie häufig, mitten in Städten sogar in begrünten Innenhöfen.

Ihre Nahrung ist, abgesehen von tierischem Eiweiß für die Nestlinge (Insekten, Blattläuse), überwiegend pflanzlich. An Samen von Halmen, die zu hoch sind, gelangt der Grünling, indem er am Boden deren Stängel mit dem Schnabel knickt. Sehr gern frisst er auch Hagebutten.

GESANG

Seine aneinandergereihten, in der Tonhöhe wechselnden Triller trägt der Grünling von Singwarten oder im Gaukelflug vor. Dazwischen streut er ein typisches langgezogenes „Rätschen“ ein. Grünlinge in neuer Umgebung gleichen ihre Gesänge den dort lebenden Artgenossen an.

VOLKSTÜMLICHE NAMEN

Zwuntsch oder Schwunsch ist einer der häufigsten alten Namen für den Grünfink. Seine Häufigkeit führte zu vielen volkstümlichen Namen: Greanling, Kernbeißer, Wonetz, Grienl, Pienk, Beank, Wörgl, Breinfink oder Grinzling.

WISSENSWERTES 

Wer Grünlinge in seinen Garten locken will, muss nicht allzu viel dafür tun. Ein paar Ecken mit dichtem, immergrünem Bewuchs und Stauden oder Bäume als Singwarten erfüllen seine Bedürfnisse weitgehend.

Vogelschutzorganisationen wie BirdLife Österreich warnen allerdings davor, dass Sommerfutterstellen, die größere Trupps anlocken, in manchen Jahren zu einer tödlichen Gefahr werden können.

Dem sogenannten Grünlingssterben, einer durch Parasiten hervorgerufenen Krankheit, fielen zuletzt im Sommer 2012 in ganz Österreich Tausende Grünlinge zum Opfer.