In der Wiener Manufaktur der Familie Lechner entsteht aufwendige Kleinststickerei wie zu Kaisers Zeiten. Plus: ✅ Online-Shop

Schon zur Zeit des Biedermeier hatte Österreich eine führende Stellung in der Kunst der Herstellung feinster Stickereiarbeiten inne. Petit Point nennt man diese kunstvolle Stickerei, mit der sich die Damen des Wiener Hofs die Zeit vertrieben. Der Name kommt davon, dass jeder Stich mit freiem Auge wie ein Punkt erscheint.

Bestickte Taschen und Schmuckstücke

Um diese Tradition nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, gründete Maria Stransky 1932 eine Petit Point Manufaktur mit einem Geschäftslokal in der Wiener Hofburg, das sich auch heute noch dort befindet. 1972 übernahm Familie Lechner das Geschäft von Maria Stransky und führt es seitdem fort. Die Palette reicht von Abendtaschen und Bildern bis zu Schmuck, wie zum Beispiel Broschen und Anhängern. Stickerinnen aus ganz Österreich arbeiten an den kleinen Bildchen mit einer Engelsgeduld.

Eine Petit Point Stickerin vor ihrer Pünktchenstickerei (Bild: Michael Reidinger)

„Hektik und Zeitdruck gibt es bei uns nicht, Qualität ist uns wichtiger“, sagt Geschäftsführer Rainer Lechner. Auch wenn die Stiche noch so klein sind, müssen sie perfekt ausgeführt werden, damit dann das Gesamtbild stimmt. Eine Lupe hilft den Stickerinnen bei der Arbeit – ohne Sie würden sie gar nicht erkennen, wo der nächste Fadenstich gesetzt werden muss.

Nur Personen mit ausgeprägtem Farbempfinden können eine Petit-Point-Stickerei entwerfen. Klassische Motive und Bilder bestehen aus bis zu 800 Farbtönen. Dabei haben sie pro Quadratzoll bis zu 2.500 Stiche. Kein Wunder also, dass die Werke aus der Wiener Manufaktur von maschinell gefertigter Ware leicht zu unterscheiden sind.

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