Phoenicurus ochruros · Familie: Schnäpperverwandte (Muscicapidae)

MERKMALE

Männchen und Weibchen (ca. 15 cm Körperlänge) tragen arttypische rostrote Schwanzfedern. Die Herren haben einen schiefergrauen Rücken und graubraune Flügel mit weißen Einschlüssen. Im Winter sind die Männchen etwas heller. Die Weibchen sind an der Oberseite taubengrau gefärbt und an Brust und Bauch hellgrau.

Das Männchen des selteneren und als gefährdet eingestuften Gartenrotschwanzes trägt hingegen eine weiße Stirn, eine schwarze Gesichtsmaske und eine orange Brust.

Nest: Halbhöhlen in Mauer- oder Felsnischen, unter Dächern und Brücken. Eier: 4 bis 6 Stück, ca. 2 cm lang, einfärbig weiß Brutverhalten: 2 Bruten im Jahr; Brutdauer 12 bis 17 Tage; Weibchen baut Nest und brütet; Männchen liefert Weibchen Nahrung zur Fütterung; Saisonehe

LEBENSWEISE 

Der Oktober ist die Zeit der Abreise für die in Europa brütenden Hausrotschwänze. Sie verbringen den Winter im Mittelmeerraum, in Nordafrika und auf der Halbinsel Sinai. Im März sind die meisten Vögel wieder da.

Die Art war früher ein Felsbewohner, mittlerweile haben viele Vögel aber Felsen gegen Mauern und Dächer in dicht besiedelten Gebieten getauscht. Als Wartenjäger fixiert der Hausrotschwanz seine Beute (Insekten, Spinnen, Würmer) von Zaunpfählen, Geländern oder anderen erhöhten Positionen aus und stürzt sich dann auf sie. Seltener jagt er in der Luft.

Sowohl im Brutgebiet als auch während der Winterreise lebt der Hausrotschwanz – abgesehen von der Brutphase – am liebsten als Einzelgänger.

GESANG

Bei Feindalarm oder sonstiger Erregung ruft der Hausrotschwanz „huit“ oder „zit“. Der mehrstrophige Gesang von höhergelegenen Warten aus kommt nur stotternd oder schleppend in Gang. Und fast könnte man bei regelmäßigem Belauschen seiner Gesänge den Eindruck gewinnen, Vollständigkeit und Wohlklang der Strophen lassen im Jahresverlauf etwas nach.

Neben dem Gefieder ist übrigens der Gesang ein gutes Unterscheidungsmerkmal zwischen Haus- und Gartenrotschwanz – Letzterer tiriliert wesentlich wohltönender.

VOLKSTÜMLICHE NAMEN

Der feurig rostrote Schwanz ist die Quelle der meisten Mundartbezeichnungen für den Hausrotschwanz: in der Steiermark auch Brandvogerl, in Tirol Brantele, im Salzkammergut Rotbrantl, Brandreiter oder Branderl, in Niederösterreich Rotschwaferl, Rußvogel oder Rötling.

WISSENSWERTES 

Rotschwänze gelten mancherorts als Schutzvögel gegen Feuer. Man sagte ihnen früher auch nach, die Milch der Kühe rot zu färben (was in Wahrheit von Entzündungen der Milchdrüsen herrührte).