F├╝r Liebesbriefe, Hochzeitseinladungen, Urkunden oder die Wand-Deko: Wir zeigen, wie Sch├Ânschrift geht.

Elegante Linien, verschn├Ârkelte Letter und geschwungene Schriftz├╝ge ÔÇô Kalligraphie sieht nach wahrer Meisterkunst aus. Das Geheimnis liegt in der fl├╝ssigen Schreibbewegung. Mit unserer Anleitung und etwas ├ťbung gelingt die Sch├Ânschrift aber auch Anf├Ąngern. Buchstabe f├╝r Buchstabe und Zeile f├╝r Zeile.

Hochzeits-Sch├Ânschreiberei

Schreibkunst: die richtige Vorbereitung

Kalligraphie: TischkartenBild: Petra Kamenar)

Die Feder vorbereiten: Neue Federn sollten kurz mittels Feuerzeug abgebrannt werden, denn sie sind mit einem ├ľl eingelassen, damit sie in der Verpackung nicht rosten. Nun kann die Feder fest in den Federhalter gesteckt werden ÔÇô dabei immer zwischen Rand und Metalllippe einsetzen, nicht in der Mitte des Kreuzes.

Das Blatt einrichten: Legen Sie Hilfslinienbl├Ątter unter das zu beschreibende Papier, fixieren Sie diese gegebenenfalls mit B├╝roklammern. Am besten legt man noch ein paar weitere Bl├Ątter darunter, um die Schreibfl├Ąche zu polstern.

Finden Sie eine m├Âglichst angenehme Schreibposition: Nehmen Sie den Federhalter wie einen Bleistift in die Hand. Jetzt wird das Blatt so gedreht, dass die schr├Ągen Hilfslinien mit der Feder eine Linie bilden. So k├Ânnen Sie mit einfachen Zug- und Schubbewegungen Striche aufs Papier bringen.

Richtig in die Tinte tunken: Die Feder wird so weit ins Tintenfass getaucht, bis das Loch in der Mitte der Feder (das Tintenreservoir) gef├╝llt ist. Wenn die Feder leer ist, wird neu eingetaucht. Falls Tinte abperlt, ist noch ├ľl auf der Feder.

Ein Glas Wasser bereitstellen: Reinigen Sie die Feder immer wieder mit Wasser. Die Tinte sollte w├Ąhrend des Schreibprozesses nie eintrocknen, denn das k├Ânnte die Feder verstopfen. Tauchen Sie die Feder einfach in ein Glas Wasser und wischen diese dann mit einem Tuch oder einem Blatt K├╝chenrolle ab. Achtung: Nicht zu weit eintauchen, damit kein Wasser zwischen Federhalter und Federstehen bleibt, das f├╝hrt zu Rost.

So wird sch├Ângeschrieben

Kalligraphie: Sch├Ânschreiben mit Tafelkreide (Bild: Petra Kamenar)

Erste Striche: Das Prinzip des Schreibens mit der Feder ist so: Wird Druck auf die Feder ausge├╝bt, ├Âffnet sie sich, und es flie├čt mehr Tinte heraus. Ein dicker Strich entsteht also, indem man mit etwas Druck auf die Spitzfeder den Federhalter von oben nach unten zu sich zieht (Abstrich). Ein d├╝nner Strich gelingt, wenn die Feder ohne Druck von unten nach oben geschoben wird (Aufstrich). Durch die Abwechslung von Druck und Entlastung entsteht das Schriftbild aus schattierten und zarten Strichen.

B├Âgen und Wellen: Wenn gerade Ab- und Aufstriche schon gut gelingen, k├Ânnen Sie diese mit Auf- und Abw├Ąrtsbewegung verbinden, um kleine B├Âgen nach oben und unten sowie Wellen zu schreiben. Diese Bewegungen sind die Basis f├╝r fast alle Kleinbuchstaben.

Buchstaben: Wenn man sich fertige Buchstaben ansieht, merkt man gleich, wo Druck ausge├╝bt wurde und wo nicht.

Schriften: Moderne Kalligrafie, also die klassische Schreibschrift,
ist derzeit schwer gefragt. Breite, H├Âhe und Abstand zwischen den Buchstaben variieren. Erlaubt ist, was gef├Ąllt. Die Serifen-Schrift gilt als elegant und edel. Serifen sind jene kurzen Striche, die einen Buchstaben abschlie├čen. Der Buchstabe selbst wird oft mit Mustern, Schatten oder Schraffuren illustriert. Eine serifenlose Schrift wirkt dagegen eher sachlich. Bei der Script-Schrift verbindet man die Kleinbuchstaben miteinander, Schw├╝nge und Rundungen eignen sich gut f├╝r d├╝nne und dicke Auf- bzw. Abw├Ąrtslinien.

Die richtigen Schreib-Utensilien

Kalligraphie: Utensilien f├╝r das Sch├Ânschreiben (Bild: Petra Kamenar)

Der Federhalter: Jede Handschrift hat von Natur aus eine gewisse Neigung. Besonders elegant wirken kursive Schriftz├╝ge in einem Neigungswinkel von ca. 55 Grad. Die Wahl des Federhalters richtet sich nach dem Schreibstil und den Vorlieben des Schreibers. Anf├Ąnger tun sich meist leichter mit einem Federhalter mit schr├Ąg gestelltem Kopfteil. Das Blatt oder die Hand muss dadurch nicht so stark verdreht werden. Durch das Schreiben auf einer Achse entsteht die f├╝r diesen Stil typische Schr├Ąglage der Buchstaben.

Die Spitzfeder: Wie der Name bereits sagt, sind diese Federn vorn spitz zulaufend. Gerade zu Beginn kann es noch schwierig sein, den Druck richtig zu dosieren. F├╝r Anf├Ąnger eignen sich daher vor allem steifere Federn, sie sind einfacher zu handhaben.

Tinte: Kalligraphie-Tinte ist weniger pigmentiert als Tusche, daher etwas fl├╝ssiger und ÔÇô je nach Farbe ÔÇô durchscheinender. Wichtig ist, dass sie auch f├╝r Spitzfedern geeignet ist. Empfehlenswert f├╝r sehr filigrane Kalligraphie und feine Linien ist Walnusstinte, die sich auch selbst herstellen l├Ąsst und einen sch├Ânen, warmen Braunton hat, der je nach Verd├╝nnung heller oder dunkler ausf├Ąllt.

Papier: Zum ├ťben eignet sich einfaches Druckerpapier. Grunds├Ątzlich gilt: Das gew├Ąhlte Papier sollte eine m├Âglichst glatte, aber ungestrichene Oberfl├Ąche haben. Handgesch├Âpftes Papier und solches mit hohem Recyclinganteil ist durch die grobe Struktur weniger geeignet, da es sich mit der Tinte vollsaugt und dadurch ein unsauberes Schriftbild entsteht.

Linienspiegel: Als Kalligraphie-Anf├Ąnger hilft es, erst einmal mit einem speziellen Linienspiegel zu ├╝ben.

Kalligraphie: Sch├Ânschreiben f├╝r die Hochzeit (Bild: Petra Kamenar)

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