Was Österreich immer wieder um ein Eckerl schöner macht? Die Menschen, die hier leben. Mit all ihren Ideen und Träumen. 7 davon stellen wir hier gerne vor.

1. Kräuterfrau Valerie Jarolim

Kräuterfrau Valerie Jarolim
Bild: Marko Mestrovic

Auf ihrer Alm im Ennstal sammelt Valerie Jarolim wertvolle Blätter und Blüten. Was andere als Unkraut ausreißen, ist für sie wertvolles Gewächs für Mittagstisch und Hausapotheke. Wie sie auf die Magie der Pflanzenwelt kam?

All diese Blätter und Blumen waren für mich wie ein riesiger Märchenwald.

Valerie Jarolim, Kräuterfrau

„All diese Blätter und Blumen waren für mich wie ein riesiger Märchenwald“, erzählt sie von heißen Almsommer in ihrer Kindheit. Damals war sie oft mit den Großeltern durch blumenbunte Wiesen spaziert.

Heute ist dieses Märchen für sie Wirklichkeit. Auf 600 Metern gelegen – oberhalb der Gemeinde Weyer in der oberösterreichischen Nationalpark-Kalkalpen-Region – liegt die Alm, die sie jeden Sommer über gepachtet hat. Aus den wertvollen Rohstoffen fertigt sie Tees, Sirupe, Bäder und Elixiere für das ganze Jahr.

2. Imker Ronald Royer aus Rohrmoos

Imker
Bild: Mark Mestrovic

Gegen sechs Uhr früh kommt Ronald Royer in seinen Garten, steht im feuchten Gras und beobachtet aufmerksam das Treiben zwischen den goldgelben Waben. Der 29-jährige Imker liebt seine Bienen.

Bisweilen passt sich der junge Imker aus dem steirischen Rohrmoos sogar dem Rhythmus seiner fleißigen Arbeiterinnen an. Wohl, weil er sich bei dieser Arbeit im Einklang mit dem Leben fühlt.

Diese Liebe zu Bienen hat eine lange Familientradition. „Die Bienen waren schon immer da“, erzählt Ronald Royer. Schon sein Großvater betätigte sich als Imker auf dem Hof von Reiter, wie sich das Anwesen der Familie nennt. Davor machten es der Urgroßvater und dessen Vorväter auch.

3. Um die Würste geht es bei Fritz & Fritz Silmbroth

Fleischhauerei Silmbroth
Bild: Mirco Taliercio

Im oberösterreichischen Viechtwang, beim Silmbroth, wo im Sommer gegrillt wird und Würste eine große Rolle spielen, ist die Welt noch in Ordnung. Dafür sorgen Fritz & Fritz, Vater und Sohn, Rückgrat eines Familienbetriebs schon seit zwei Jahrzehnten.

So betreibt Fritz Senior schon seit vierzig Jahren den Grillabend jeden Donnerstag. „Damals hat ja noch kein Mensch gegrillt“, erinnert sich Vater Fritz an den winzigen, mit Holzkohle betriebenen, Griller, der den Meilenstein legte. Heute kommen Menschen von weit her, um das begehrte Grillgut oder die Kesselwürste zu genießen.

4. Das liebevoll renovierte Barockschloss Kogl und seine Besitzer

Hausbesuch
Bild: Yvonne Oswald

Wenn Gäste kommen, überlässt Monika nichts dem Zufall. Da wird der Tisch nicht nur gedeckt, sondern geschmückt. In mühevoller und langjähriger Kleinarbeit haben Monika und Fritz das zuvor lange unbewohnte Schloss Kogl renoviert.

Lange zuvor war das Haus in St. Georgen im Attergau unbewohnt, ehe das junge Paar kurz nach seiner Hochzeit mit der Wiederbelebung der alten Gemäuer begann. Zuerst nur für den Eigenbedarf, wurde nach und nach mehr Räumlichkeiten geschmackvoll neues Leben eingehaucht.

Heute kann man sich in einem der zahlreichen Gästezimmer einmieten und hier ein wenig „Sound of Music“-Flair genießen – immerhin diente das Schloss als Kulisse für einen Film über die Familie Trapp. Oder auch die Nähe zur Festspielstadt Salzburg genießen.

5. Franziska Ebner und ihre bunte Pflanzenwelt

Pflanzenfarben (BIld: Julia Rotter)
Bild: Julia Rotter

Wenn Franziska Ebner aus Elixhausen bei Salzburg aus dem Haus geht, hat eines immer zur Hand: ihre Schere. Denn begehrte Gewächse – wie den Färberginster – zieht sich die Pflanzenfärberin im eigenen Garten, anderes holt sie sich aus der Natur.

Denn Bäume, Blumen und Kräuter sind für sie vor allem eines: Farben für Wolle und Stoff. Man kann sie natürlich auch zu schönen Sträußen binden, in ihrem Schatten sitzen oder in den Kochtopf werfen, das ist Franziska aber zu wenig kreativ.

6. Im Montafon arbeitet Jürgen Tschofen mit Holz

Weissküferei (BIld: Elias Holzknecht)
Bild: Elias Holzknecht

Jürge Tschofen übt in seiner Heimat Gortipohl im Montafon das seltene Handwerk der Weißküferei aus. Dies bedeutet die Arbeit mit weißem Holz, Küfer ist eine alte Bezeichnung für den Beruf des (Fass-)Binders.

Mit Geschick und Geduld erzeugt er traditionelle Holzware wie die sogenannte Brenta. Ein Holzgefäß, das früher in der Alm- und Milchwirtschaft universell im Einsatz war, später aber von Chromstahlbehältern verdrängt wurde.

Heute wird das traditionelle Montafoner Handwerksstück gerne als Obstschüssel, Brotkorb oder fürs Müsli verwendet. Aber of experimentiert er auch einfach einer Idee aus den Weißhölzern Fichte und Zirbe entlang.

7. Die Damen des Hotel Hinteregger im Herzen von Matrei

Bild: Christof Wagner

Das Hotel Hinteregger in Osttirol ist eine zweite Heimat für Ruhe- und Erholungssuchende aus ganz Österreich. Oder wohl eher aus der ganzen Welt. Seit vier Generationen ist die Hotel-Legende in weiblicher Hand.

Inmitten des Naturparadieses Hohe Tauern, genauer zwischen der archaischen Aura der Osttiroler Dolomiten und der malerischen Schönheit der Venedigergruppe, entstand aus einem schönen Zimmer und sieben Strohsäcke als Matratzenlager diese einladende Bleibe.