Setzt man Suppe in kaltem oder warmem Wasser an? Welches Fleisch ist für eine wirklich gute Rindsuppe geeignet? Wir beantworten die häufigsten Fragen.

1. Das ideale Fleisch

Für eine gute Suppe eignen sich am besten fasrige, fette, saftige und kräftige Stücke vom Rind wie Schulterscherzel, Kruspel- oder Zwerchspitz und Brust. Auch nach hinten in Richtung Tafelspitz, Schlögel bis hin zum Ochsenschwanz finden sich geschmacksintensive Stücke. Nach Belieben auch Rindsknochen, gern mit Mark. Das Fleisch wäscht man kurz kalt ab, die Knochen werden warm gewaschen oder kurz blanchiert und kalt geschwemmt.

2. Die richtige Wassertemperatur

Das Fleisch kommt nun in einen Topf mit kaltem Wasser, pro Kilo Fleisch nimmt man zwei Liter Wasser. Durch das kalte Wasser wird die Suppe intensiver und die Blutsäfte des Fleisches werden besser ausgezogen.

Servus-Tipp: Möchte man das Fleisch als Hauptspeise essen, gibt man es ins kochende Wasser. Das etwas ausgelaugte Suppenfleisch, das bereits im kalten Wasser aufgesetzt wurde, kann man z. B. für Rindfleischsalat verwenden.

3. Schaum abschöpfen oder nicht?

Beim Aufkochen bildet sich beständig Schaum aus grauweißem, gestocktem Eiweiß. Es ist ein Mythos, dass man diesen Schaum für eine klare Suppe abschöpfen muss; lässt man ihn ruhig zu Boden sinken, gewinnt die Suppe an Kraft.

Servus-Tipp: Wenn kaum mehr Schaum gebildet wird, also nach ca. einer Stunde, wird die Suppe gesalzen und mit ein paar Pfefferkörnern und einem Lorbeerblatt gewürzt.

4. Das Suppengrün

Unverarbeitetes Suppengrün für Rindsuppe (Bild: Mauritius Images).
Suppengrün und Gewürze geben der Rindsuppe den ausschlaggebenden Geschmack.

Jetzt kommt auch das Wurzelgemüse dazu: eine viertel Knolle Sellerie, eine Petersilwurzel, einige Gelbe Rüben, Karotten und eine halbe Stange Lauch. Die Wurzeln gut waschen und putzen, aber nicht schälen. Auch Petersilstängel und ein Zweig Liebstöckl eignen sich sehr gut als Suppenwürze.

Servus-Tipp: Kochbuch-Ikone Katharina Prato gibt übrigens den viel aromatischeren Gelben Rüben den Vorzug und rät ausdrücklich von Karotten ab, da diese die Suppe leicht zu süß geraten lassen.

5. Zwiebel für Geschmack und Farbe

Zusätzlich wird eine ungeschälte Zwiebel halbiert und auf den Schnittflächen in einer Pfanne ohne Fett dunkel gebräunt. Das intensiviert den Geschmack und sorgt für eine schöne goldene Farbe. Die Zwiebel in den Suppentopf geben, nötigenfalls etwas Wasser nachgießen und die Suppe langsam bei kleiner Hitze noch eine Stunde weiter sieden lassen.

6. Die Fertigstellung

Weist die Suppe gar viele Fettaugen auf, kann man sie ein wenig abschöpfen, was durch Zugabe von etwas kaltem Wasser leichter geht. Nun die Suppe durch ein feines Sieb oder Leinentuch gießen – jetzt spricht man von einer Kraftsuppe oder Bouillon. Fein abschmecken und mit beliebigen Einlagen bestücken.

7. Das gewisse Etwas

Muskatnuss gibt der Rindsuppe Aroma (Bild: Mauritius Images).
Und zum Schluss sorgt die Muskatnuss für ein herrliches Aroma.

In manchen Rezepten wird die Rindsuppe noch mit einem Schuss Madeira oder Sherry abgerundet. Wer mag, reibt etwas Muskatnuss hinein. Außer Streit steht das Bestreuen mit Schnittlauch vor dem Servieren.