Von der Wahl der richtigen Kartoffelsorte bis hin zum passenden Begleiter: Mit diesen 9 Regeln gelingt der Kartoffelsalat ganz bestimmt.

1. Welche Kartoffelsorte?

Die Menge ist klar: Etwa einen dreiviertel Kilo Erdäpfel braucht man für vier Personen. Aber welche Sorte? Auf alle Fälle festkochend und möglichst speckig soll sie sein. Das sind etwa Linzer Delikatess, Kipfler, Sieglinde, Sigma oder rosa Tannenzapfen.

Servus-Tipp: Blaue oder rote – ebenfalls festkochende Kartoffelsorten sorgen neuerdings für hübsche Farbtupfer im Salat.

2. Die Kochzeit

Die Kartoffeln nun etwa 15 bis 20 Minuten, keinesfalls zu weich, kochen. Salzt man dabei das Wasser, platzen sie nicht so leicht auf. Kurz ausdampfen lassen, aber noch warm schälen und in Messerrücken dicke Scheiben schneiden. Sofort mit etwas Salz bestreuen und mit warmer Suppe begießen. So wird das Salz gelöst und der Essig später nicht gänzlich aufgesaugt.

3. Schalotte oder Zwiebel

In den Kartoffelsalat kommen rote Zwiebel (Bild: iStock)

In den Kartoffelsalat kommen ca. zwei gehäufte Esslöffel fein gehackte Zwiebeln, also eine mittelgroße herkömmliche Küchenzwiebel oder die etwas milderen Schalotten – zwei bis drei, je nach Größe. Rote Zwiebeln geben nicht nur optisch etwas her, sondern sorgen mit ihrer leichten Schärfe und dem süßlichen Geschmack auch für eine feine geschmackliche Note.

4. Die Zwiebel mild stimmen

Die fein gehackte Zwiebel wird mit heißem Wasser oder etwas Rindsuppe kurz blanchiert. Das macht sie etwas milder und hilft, dass der Salat auch nach einer gewissen Stehzeit den Geschmack nicht unangenehm verändert.

5. Essig und Öl

Essig und Öl kommen in die Marinade des Kartoffelsalats (Bild: iStock)

Für die perfekte Marinade nehmen wir 10 bis 15 g Salz, mahlen weißen Pfeffer dazu, ergänzen eine Messerspitze Estragon Senf und eine Prise Staubzucker. Dazu kommen drei Esslöffel Essig – am besten eine neutrale Sorte wie Hesperiden Essig oder ein milder Tafel- oder Apfelessig. Und schließlich – je nach Saugfähigkeit der Kartoffeln – fünf bis sechs Esslöffel Öl. Auch das soll dezent im Geschmack sein, wie etwa Sonnenblumen- oder ein anderes Pflanzenöl.

6. Narrenfreiheit

In Abwandlung eines alten Sprichworts braucht es für einen guten Salat einen Geduldigen, der die Kartoffel schält, einen Verschwender, der das Öl spendet, einen Geizigen, der den Essig zumisst, einen Weisen, der das Salz abwägt, und einen Narren, der alles durcheinander mischt. Letzterer ist jetzt gefragt, denn es gilt den Salat mit der Marinade anzumachen. Und zwar so, dass die Kartoffelscheiben nicht arg zerbrochen werden, aber sich die Marinade doch schön sämig an die Stücke schmiegt und der Salat cremig wird.

7. Gut Ding braucht Weile

Auch wenn gerade die Wiener den – auf Österreichisch gesagt – Erdäpfelsalat ganz gern lauwarm servieren, sollte er doch etwa 20 bis 30 Minuten bei Zimmertemperatur marinieren, damit die Konsistenz perfekt ist. Vor dem Anrichten wird noch einmal abgeschmeckt und nach Bedarf mit Salz, Pfeffer oder Flüssigkeit nachgebessert.

8. Allerlei Varianten

Versprudelt man das Öl vor dem Anmachen mit Eiern zu Mayonnaise (oder nimmt fertige Mayonnaise), so wird es ein klassischer Mayonnaisesalat. Kartoffelsalat schmeckt auch gemischt mit Vogerlsalat oder Löwenzahn, bestreut mit gebratenen Speckwürfeln oder vermischt mit Gurken-Rahmsalat. Ein paar Schnittlauchröllchen darüber gestreut – mehr Garnitur braucht er nicht.

Servus-Tipp: In der Steiermark wird gern das Öl durch Kernöl ersetzt. Das gibt dem Kartoffelsalat ein feine nussige Note.

9. Beliebter Beilagensalat

Der klassische Kartoffelsalat ist eine hochgeschätzte Beilage der Wiener Küche und passt idealerweise zu Backhendl, Fisch – paniert oder natur –, Wiener Schnitzel und faschierten Laibchen, gegrilltem Fleisch und gebackenem Gemüse.