In Oberösterreich begrüßt man den Sommer traditionell mit einer Spezialität aus weichem Nudelteig.

In den Küchen haben jetzt die Festtagskrapfen Hochsaison. „Bei meiner Linzer Großmutter hat es zu Sommerbeginn jedes Jahr Sonnwendkrapfen gegeben“, erzählt Einsende­rin Judith Dürauer. „Sie war eine g’standene Bäckerin und Köchin. Vor allem zu Feiertagen wie Weihnachten, Ostern oder eben Sommerbeginn wurde traditionell was Feines gebacken.“ Judith Dürauer selbst lebt mittlerweile schon viele Jahre in Salzburg, die oberösterreichische Tradition ihrer Kindheit ist ihr aber noch gut in Erinnerung.

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Rahm für den Teig

Die Sonnwendkrapfen von Judith Dürauers Oma werden ähnlich zubereitet wie die Schneeballen, die man aus der Faschingszeit kennt: Ein weicher Rahmteig wird mög­lichst dünn zu etwa handtellergroßen Flecken ausgewalkt. Mithilfe eines Teigrads werden die Flecken in Streifen geschnitten. Allerdings darf man nicht zur Gänze durch­radeln – rundherum müssen sie von einem Teigrahmen zusammengehalten werden. Dann zieht man die Teig­ streifen ein bissel durcheinander und fertig ist das „Son­nengeflecht“, das in heißem Fett herausgebacken wird.

Neunerlei Krapfen

Wie bei vielen „Klassikern“ ist das übrigens nicht die einzi­ge Form, die für die Sonnwendkrapfen überliefert ist. Es gibt auch Varianten aus Germteig, etwa aus dem Ausseer­land. Dort gehört noch ein Schuss Kirschwasser in den Teig, der dann rund ausgestochen und nicht geflochten wird. Beim Servieren kommt noch ein flüssiges Butter­-Honig­-Gemisch über die ganze Herrlichkeit.

Auch gebackene Mäuse wurden und werden zum Sommer­beginn in Oberösterreich gern zubereitet, ebenso wie Top­fen­ oder Butterkrapfen, Strauben oder Flecken. Denn, so heißt es hier: Zur Sonnenwende müssen „neunerlei“ Krapfen gegessen werden.

Für 4 Portionen

Zutaten

  • 150 g Weizenmehl
  • 150 g Roggenmehl
  • 150 g Topfen
  • 125 ml Rahm
  • 1 Eidotter
  • 1 EL Apfelessig
  • 1 Prise Salz
  • Öl zum Herausbacken

Zubereitung

  1. Die Zutaten auf einem Brett rasch zu einem Teig verkneten. Er soll die Beschaffenheit eines weichen Nudelteigs haben. Das erreicht man durch die Zugabe von mehr oder weniger Rahm. 
  2. Teig eine halbe Stunde kühl rasten lassen, dann so dünn wie möglich auswalken. Quadrate von ca. 8 cm Seitenlänge ausschneiden. Jedes Quadrat in fingerbreite Streifen radeln, aber nicht ganz bis zum Rand durchschneiden.

  3. Die Streifen durcheinander ziehen und die Krapfen in heißem Fett schwimmend herausbacken.